buerokraten.alchima.de - Wasserschutz frißt Heimat auf!

Der große Wissenstest                                                                                           Sep. 2011

Was steht drin - im Abwasserbeseitigungskonzept?

Sommer 2011. Seit Wochen schmieden Bürokraten in Augsburg am Abwasserbeseitigungskonzept. Was meinen Sie? Leisten Sie Amtshilfe und testen Sie gleichzeitig Ihr Allgemeinwissen!

 

Frage 1: Was gehört alles hinein ins Konzept, was kann unter keinen Umständen ins Konzept aufgenommen werden?

  1. Robidog-Stationen?
  2. Opa’s Nachttopf?
  3. Drei-Kammer-Entwässerungsgruben?
  4. mobile Baustellentoiletten?
  5. biologische Kleinkläranlagen?
  6. Plumpsklos?
  7. abflußlose Abwassersammelgruben?
  8. ein Anschluß an die öffentliche Kanalisation?

 

Frage 2: Aus welchen Gründen könnten Augsburger ihr Wohnhaus an die öffentliche Kanalisation angeschlossen haben?

  1. weil sie umweltbewußt sind?
  2. weil ein privater Anschlußkanal der letzte Schrei ist?
  3. weil die Stadt keinen Kanalanschluß legen wollte?
  4. weil das Haus im Wasserschutzgebiet steht?
  5. weil es Spaß macht, mal eben 50 000,- in der Erde zu vergraben?
  6. weil Behörden ihn zwingend verlangt haben?
  7. weil dadurch Verordnungen und Gesetze erfüllt sind?

 

Frage 3: Warum will die Bürokratie in Augsburg jetzt von Ihrem eigenen Abwasserkonzept nichts mehr wissen?

  1. weil nicht allem, was sie plant, ein vertretbares Konzept zugrundeliegt?
  2. weil sie dachte, es fällt nicht auf, dass sie kein Konzept hat?
  3. weil sie im Wasserschutzgebiet lieber keinen Kanalanschluß wollte?
  4. weil sie den privaten Kanalanschluß beinahe vereitelt hätte?
  5. weil sie für die Abwasserentsorgung verantwortlich ist?
  6. weil es blöd aussieht, einen Kanalanschluß für ein Haus zu verlangen und die umliegenden Kleingartentoiletten nicht mit anzuschließen?
  7. weil sie gerne jegliche Bebauung und alle Gärten in dem Gebiet abreißen und Grünland daraus machen will. Dann braucht es hier sowieso kein Abwasserkonzept mehr.

 

Die Lösung:

Frage 1: Was gehört alles hinein ins Konzept, was kann unter keinen Umständen ins Konzept aufgenommen werden?

  1. Robidog-Stationen? - enthalten nur “Hardware” und kein Abwasser und gehören folglich nicht ins Abwasserbeseitigungskonzept
  2. Opa’s Nachttopf? - der ist privat und private Nachttöpfe werden nicht aufgenommen.
  3. Drei-Kammer-Entwässerungsgruben? - sind nicht mehr zulässig und daher auch nicht im Konzept.
  4. mobile Baustellentoiletten? - kommen ja wieder weg, sind deshalb auch nicht drin.
  5. biologische Kleinkläranlagen? - die sind dort vorgeschrieben, wo früher Drei-Kammer-Gruben waren und gehören folglich ins Konzept.
  6. Plumpsklos? - sind seit 1913 keine ordnungsgemäße Entsorgungslösung mehr und haben auch im Abwasserbeseitigungskonzept einer modernen Stadt nichts zu suchen.
  7. abflußlose Abwassersammelgruben? - gelten als ungeregelte Entsorgung und erscheinen daher auch nicht im Konzept.
  8. ein Anschluß an die öffentliche Kanalisation? - gehört selbstverständlich ins Abwasserbeseitigungskonzept, egal ob ihn die Stadt macht, oder ob er privat hergestellt ist.

 

Frage 2: Aus welchen Gründen könnten Augsburger ihr Wohnhaus an die öffentliche Kanalisation angeschlossen haben?

  1. weil sie umweltbewußt sind? - nein, bei aller Liebe ...
  2. weil ein privater Anschlußkanal der letzte Schrei ist? - das ist nicht Ihr Ernst!
  3. weil die Stadt keinen Kanalanschluß legen wollte? - tja, wenn die nicht will, dann muß man.
  4. weil das Haus im Wasserschutzgebiet steht? - dort sind Kanalanschlüsse Vorschrift.
  5. weil es Spaß macht, mal eben 50 000,- in der Erde zu vergraben? -  nicht mal für den, der’s dicke hat.
  6. weil Behörden ihn zwingend verlangt haben? - ja, weil sie dir ohne Kanal die Heimat auffressen.
  7. weil dadurch Verordnungen und Gesetze erfüllt sind? - richtig, denn mit Kanal ist alles gut.

 

Frage 3: Warum will die Bürokratie in Augsburg jetzt von Ihrem eigenen Abwasserkonzept nichts mehr wissen?

  1. weil nicht allem, was sie plant, ein vertretbares Konzept zugrundeliegt? - könnte sein, manche Konzepte sollen ja nie an die Öffentlichkeit kommen.
  2. weil sie dachte, es fällt nicht auf, dass sie kein Konzept hat? - ja wer weiß denn schon, dass es ein Abwasserbeseitigungskonzept gibt?
  3. weil sie im Wasserschutzgebiet lieber keinen Kanalanschluß wollte? - stimmt!
  4. weil sie den privaten Kanalanschluß beinahe vereitelt hätte? - ja, es sieht alles danach aus.
  5. weil sie für die Abwasserentsorgung verantwortlich ist? - klar, und eigentlich hätte sich die Stadt darum kümmern müssen.
  6. weil es blöd aussieht, einen Kanalanschluß für ein Haus zu verlangen und die umliegenden Kleingartentoiletten nicht mit anzuschließen? - das ist nun mal Fakt.
  7. weil sie gerne jegliche Bebauung und alle Gärten in dem Gebiet abreißen und Grünland daraus machen will. Dann braucht es hier sowieso kein Abwasserkonzept mehr. - das ist genau das, was politisch gewünscht ist, denn Stadträte/innen kümmerten sich nie um den Bebauungsplan und Genehmigungen für die privaten Garteneigentümer und auch nicht um einen Kanalanschluß für die Kleingartentoiletten.

 

Sie haben alle Fragen richtig beantwortet? - Prima! Zur Belohnung gibt’s hier ein neues Hörstück von Karin Brandl (zum Abspielen Symbol anklicken)

 
Abwasserhoheit

Noch mehr Stücke hören? - hier gehts zum Album


© Karin Brandl, Alchima®

 

Hier geht es satirisch zu, aber das Abwasserkonzept ist bitterer Ernst  mehr dazu