buerokraten.alchima.de - Wasserschutz frißt Heimat auf!

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Nicht nur Siebenbrunn! Auch in Haunstetten frißt er Heimat auf. Augsburger Stadtrat geht rücksichtslos über Menschen hinweg

Dort wo seit Jahrzehnten das Wohnhaus einer Haunstetter Familie, sowie Hunderte Kleingärten sind, beschloß der Augsburger Stadtrat im Jahr 1993 eine Umwidmung in Grünflächen. Der vorgesehene Bebauungsplan für Kleingärten kommt zur Einstellung. Das Haus hat rechtlich Bestandsschutz. Deshalb bekämpfte die Bürokratie den für’s  Wasserschutzgebiet verlangten privaten Kanal (siehe Bürokratie).

Okt. 2011


Siebenbrunner Unterdorf

Das Siebenbrunner Unterdorf bei Augsburg, fiel dem Wasserschutz zum Opfer. Es wurde abgerissen und die Fläche aufgeforstet.

30 Jahre später (und nach jahrelangen Bemühungen mit der Verwaltung!), stifteten im Jahr 2008 ehemalige Bewohner ein Erinnerungskreuz mit Gedenktafel.

Ende der 1970er Jahre war es Lokalpolitikern und den Stadtwerken viel wichtiger, Wohnhäuser abzureißen und Grundstücke zusammen zu raffen - für den Wasserschutz.

Gleichzeitig ließen die eifrigen Wasserschützer die Gefahren durch Munitions-Altlasten auf dem alten Schießplatz in der Engeren Schutzzone links liegen. Das Gelände blieb unsaniert.

Das soll Wasserschutz sein?

 

Meinung eines Betroffenen

„Das ärgert mich heute noch, dass wir da wegmußten,” sagte der freundliche ältere Herr, der einst im Siebenbrunner Unterdorf aufwuchs, als wir ihn 2009 beim Spaziergang in den Haunstetter Wiesen trafen. „Und alles bloß wegen dem Wenninger. - Und irgendwann bauen die Stadtwerke neue tiefere Brunnen, dann ist das mit dem Wasserschutz wieder egal. Dann werden dort auch wieder Häuser hingebaut.”

(Anm.: Reinhold Wenninger, bis 2002 CSU-Stadtrat und Leiter der Stadtwerke Wasser GmbH)

Der Mensch besteht auch aus Wasser und Wasser ist Leben. Doch wie menschlich ist der Wasserschutz, der Menschen in ihren Häusern nicht leben läßt?

Was sucht der Wasserschutz überhaupt in bestehenden Ortschaften? Wie viele Wohnhäuser wurden bis heute in seinem Namen sinnlos beseitigt? Und wie viele wurden unter diesem Vorwand Menschen abgekauft und dann nicht beseitigt? Manche todgeweihten Häuser begannen ein neues Leben im Schutzgebiet. Wurde die Verordnung nur dazu erlassen, um sie als ein Instrument der Willkür gegen einzelne Bürger zu richten?

Heimat ist ein kostbares Gut. Sie sollte erklärtes Schutzgebiet sein, für jeden Menschen auf der Erde!

Und der Verlust der Heimat schmerzt Menschen lebenslang. Umso mehr, wenn das Opfer, das sie erbringen mußten, ein Tribut der Sinnlosigkeit war.


© Karin Brandl, Alchima®