buerokraten.alchima.de   Transparenz in Augsburg  -  im Trinkwasserschutzgebiet

Das ganze Jahr im Garten 

Inmitten vieler anderer Gärten ist hier mein kleiner Gemüsegarten. Jeden Sommer ernte ich selbstgezogenes Gemüse. Seit über einem halben Jahrhundert hat unsere Familie diesen Gemüsegarten. Uns ist es ein Anliegen, dass die bestehenden Gärten erhalten bleiben.

Ein Stadtratsbeschluß von 1993 hat hier ein Landschaftsschutzgebiet sowie die Umwidmung in Grünflächen (Brachland) zum Ziel. Wird er eines Tages umgesetzt?

    

Immer wieder versuchten Lokalpolitiker hintenrum die Beseitigung der bestehenden Gärten anzustoßen.

Die Haunstetter CSU-Stadträtin Hedwig Müller die auch im Bauausschuß sitzt, zeigte 2009 “Schlachterei im Kleingarten” beim CSU-Umweltreferenten Rainer Schaal an. Eine Parzelle des Kleingärtnervereins wurde daraufhin überprüft, ohne dass etwas dabei heraus kam. Es sollte Stimmung gemacht werden! Der Kleingartenvorstand, CSU-OB Kurt Gribl, der damalige CSU-Ordnungsreferent Böhm, sowie CSU-Fraktionsvorsitzender Kränzle, wurden über das schäbige Vorgehen der Stadträtin informiert.
CSU-Stadtrat/MdL Johannes Hintersberger riet 2011 zu einer Petition im Landtag, weil uns die Stadt Augsburg den Zuschuß nach RZKKA für unseren privaten Kanal vorenthielt. Aber wir klagten stattdessen am Verwaltungsgericht.
GRÜNE-MdL Christine Kamm schlug ebenfalls eine Petition vor, als sich 2009 die Stadt Augsburg um klare Nutzungsbedingungen für die Gärten herumdrückte während die aufgehetzte Situation eskalierte.

Jegliche Landtagspetition durch uns lehnten wir stets ab. Wenn Lokalpolitiker die Beseitigung der Bestandsgärten wollen, dann sollen sie - bitteschön - dafür selber öffentlich gradestehn! 

diese Gärten 
          müssen erhalten
          bleiben

Bebauungsplanung im Trinkwasserschutzgebiet Augsburg östlich der Martinistraße  

Für die gesamte Wasserschutzzone W III a1 (früher A1) in Haunstetten beschloß die Stadt Augsburg bereits 1988 die Aufstellung eines Bebauungsplans. Er wurde östlich der Martinistraße erst teilweise aufgestellt:

  • Im ehem. Werksgelände der Textilfabrik Martini beließ man zwei Bestandsgebäude (ehem. Fabrikantenvilla und Kutscherhaus), das restliche Gelände wurde 1998 umgewandelt in Grünland und Außenbereich.
  • Im ehem. Werksgelände der Kunstmühle Kühn entstand 2000 ein neues Baugebiet mit Wohnhäusern (im Luftbild links oben)

Unbeplant blieb das dazwischenliegende Gebiet (oben im Luftbild links) zwischen Martinistraße und Brunnenbach (Waldgrenze). Laut Stadtplanungsamt wurde die Planung für Kleingärten eingestellt. Es gilt der Außenbereichsparagraph der Bauordnung und die WSG-VO. Es gibt dort ein Bestandsgebäude (Wohnhaus).

Im Flächennutzungsplan-Entwurf vom Juli 1992 war sogar mal ein Wohngebiet angedacht, doch der Stadtrat votierte dagegen. “Gegen diesen Vorschlag waren sowohl von Trägern öffentlicher Belange, als auch von anderen Institutionen so erhebliche Bedenken vorgebracht worden, dass der Stadtrat im Rahmen des Feststellungsbeschlusses der Stadt Augsburg am 21.7.1993 beschloß, diese Flächen von der Planung vorläufig auszunehmen: „mit dem Ziel, diese Bereiche in einem anschließenden Verfahren in Grünflächen umzuwidmen und an dieser Änderung die Bürger und Träger öffentlicher Belange erneut zu beteiligen.“ (Zitat: Beschlußvorlage) 

Im aktuellen Stadtentwicklungskonzept STEK 2018 ist das Gebiet nicht enthalten. 


Die Erweiterung von Kleingartenanlagen ist hier lt. WSG-VO verboten

Die SPD-Stadträte Margarete Heinrich und Dieter Benkard stellten am 7. Juli 2016 einen Antrag auf Erweiterung der Kleingartenanlage des privaten Kleingartenvereins, mit Gemüsegärten und Streuobstwiesen auf dieser Wiese im Wasserschutzgebiet (Pfeil). 

Haben sie die Verordnung nicht gelesen? 

Trinkwasserschutzverordnung Augsburg, WSG-VO (pdf)       

Schutzgebietskarte (pdf)

Hatte der Antrag ein anderes Ziel?

CSU-Baureferent Merkle kündigte 2011 in der Zeitung an, dass der Beschluß von 1993 irgendwann umgesetzt werden könne. Seit 2014 regiert eine Koalition aus CSU und SPD und GRÜNE in Augsburg. Wenn der CSU-Baureferent seine Ankündigung wahr macht, wird er die Eigentumsgärten beseitigen.

Wollte die SPD Vorreiter dafür sein? Unter dem Vorwand neue Gemüsegärten zu schaffen? Diese wären aber dann nicht mehr privat, sondern dem Verein unterstellt, was nicht jeder will.        (Jul16)
 


Wenningers Wiese Hommage an Ernst Jandl, Hörvignette von Karin Brandl

Texte, Bilder, Hörstücke © Karin Brandl, Alchima

Mein Gemüse

 

 2018

Nach dem Hundertjährigen Kalender ein Venus-Jahr, machte es seinem Namen alle Ehre. Schwül bis heiß, sehr viel Sonne, trockenes Frühjahr - reiche Ernte überall. Tomaten, Zucchini, Salat, Bohnen, Basilikum und alles was das Herz begehrt. 

Jetzt im Oktober sind nur noch Paprika im Treibhaus, Radiccio und Mangold, Endivien und Zichoriensalat im Beet. Alles andere ist schon abgeräumt. Die Vorratskammern sind voll.

Hier einige meiner pfundigen Fleischtomaten und Vertreter der Gurkenernte.  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 2017

Das Jahr war relativ regnerisch, unterbrochen von einer Hitzewelle mit über 30° C, die den Fleischtomaten ein kräftiges Rot und prima Geschmack gab.

Meine Ernte ist jetzt im September fast schon abgeschlossen. Ich habe für den Winter viel eingekocht und tiefgekühlt. Zucchini, Mangold und Gurken wachsen noch, obwohl die Nächte schon recht frisch sind. Im Treibhaus reifen die Paprika heran, rote, gelbe sowie peruanische Aji und Chili. Die Verwandtschaft in Peru war ganz verblüfft, wie toll ihr Gemüse in Bayern wächst.

Mein Naturgarten ist auch heuer wieder ein Blütenmeer und beim Abräumen der Bohnenstangen entdeckte ich neulich einen Windenschwärmer. So einen schönen, großen Nachtfalter hatte ich hier noch nie. Ich bin sicher, er kam zu mir, weil ich hier kein Gift spritze. Im Tausendblütenbeet darf die Ackerwinde wachsen. Der Windenschwärmer ernährt sich von ihr.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 2016

In meinen Naturgarten säte mir der Wind Borretsch mit seinen schönen blauen Blüten. Etwas Wildwuchs darf schon sein.

Auch heuer wieder gerettet - Kartoffel Sieglinde; im August tragen die Tomaten kiloweise, doch aufgrund des kühlen Jahres bräuchten sie jetzt noch Sonne fürs Aroma, Zucchini, Salat, Kräuter wachsen fröhlich, im Treibhaus herrscht Gurkenschwemme, die Paprika kommen allerdings zaghaft. Nachts kühlt es nun schon ab. Der Hochsommer ist heuer vorbei.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 2015

Der warme und trockene Sommer 2015 bescherte die doppelte Tomatenernte

Bereits Anfang August erntete ich kiloweise leckere Fleischtomaten. Sie sind normalerweise erst später erntereif.

Der Tomatenüberschuß wird entweder eingefroren (Haut abziehen, vierteln und in Portionsbeutel - im Winter koche ich daraus Tomatensoße) oder eingekocht als Pizzatomaten und schmackhafte Soßen oder Ketchup. Sogar im April genießen wir dann noch den Erntesegen der eigenen Tomaten aus dem Vorjahr.

Die Paprika waren offenbar nicht so begeistert von der Hitze, was mich sehr wunderte. Sie setzten spät an und trugen nicht so viel wie sonst. Zucchini und alles andere war o.k. Zwischen die Tomaten säte ich Rucola, der dadurch von Erdflöhen verschont blieb.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 2014

Zum üblichen Gemüse-Programm kamen Neuzugänge, so z.B. Aji aus Peru, eine mittelscharfe Paprika, mit wunderschönen großen Pflanzen im Treibhaus. Außerdem hatten wir einen stachligen Gast im Garten.

 

Die scharfe Ernte von 2014!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 2013

Und wir ernten doch!

Ende August - Nach dem kalten Frühjahr ist heuer alles viel später dran, aber jetzt reifen reichlich Tomaten, Gurken, Zucchini, Salate, Stangenbohnen kommen auch langsam, Paprika sind noch meist grün, aber die Büsche hängen voll.

Auch die ersten Frühkartoffeln waren lecker. Man kann sie mit Schale zubereiten, z.B. auf dem Blech wie Pommes frites backen.

Es war kein Kürbisjahr für mich. Die erste Pflanzen fielen den Schnecken zum Opfer, im zweiten Anlauf klappte es zwar. Ich zog drei Hokkaidopflanzen, doch jede trägt nur einen Kürbis.

 

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Ende März sprießt im Zimmer schon das Gemüse, doch draußen hat es Minus 2° C und Schnee (Foto 26.März) Wann wird es Frühling? Das Gartenglück ist hier immer wieder bedroht - nicht nur durch Wintereinbrüche. Wenn die Stadträte ihren Beschluß umsetzen, verlieren wir alle unsere Gärten. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 2012

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2012 - Bio-Gemüse-Reichtum

Tomaten kiloweise! Viele davon wanderten in Suppen und Soßen. Mit Gurken wurden wir regelrecht überschwemmt.

Nur eine Zucchini hatte sich unter einem Blatt versteckt und wuchs unbemerkt zum Jumbo. Das Paprika-Treibhaus steht voll. Ich habe so viele Sorten wie noch nie: Spitzpaprika, Türkische Paprika, Peperoni, große Gelbe und Rote, Minipaprika und die gelben Chili aus Peru trocknen schon in Körbchen (oben links). Sie sind mäßig scharf (Peruaner sagen dazu mild!).

Nur die Karoffel Sieglinde, die wir seit Jahren “retten”, brachte bloß kleine Kartöffelchen zustande (Nachbars Kartoffeln waren auch so). Es war wohl kein Kartoffeljahr.

Zwei Tage vor dem ersten Wintereinbruch mit viel Schnee und Minustemperaturen zum 28. Oktober ernteten wir die grünen Tomaten und noch viele Paprika.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 2011

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Sommer 2011 ist die Ernte überreich und alles ein wenig früher dran. Es gibt jede Menge Tomaten und Gurken. Die Zucchini sind eifrig am Fruchten und wenn ich nicht aufpasse, dann werden sie über Nacht riesig. Auch Auberginen sind heuer etwas mehr, nur die Paprika zuckeln hinterher und es gehen viele kaputt, bevor sie reifen. Sie haben Löcher und Fraßsstellen, doch das Tier, das sie verursacht, fand ich bisher nicht. Die Sieglinde fütterte ich kräftig mit Kompost. Man sieht es ihnen an, sie sind groß und schmecken gut. Die Kürbisse bilden einen Urwald und bald kann ich sie ernten. Außerdem gibt es bald wieder Kohlrabi und natürlich auch viel Salat, Rucula und Kapuzinerkresse.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 2010

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Die hübsche Spinne, die ihr Netz mit Zickzackstichen vernäht, entdeckte ich zwischen Blumenstauden.

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Ende August 2010 ist wegen des schlechten Wetters alles etwas später dran. Der Kürbis wird aber langsam gelb. Seit vier Jahren rette ich die “Sieglinde”, eine alte Kartoffelsorte, die nicht mehr am Markt ist. Die ernte ich gerade. Meine Stangenbohnen tragen gut. Die Tomaten bräuchten noch Wärme. Der viele Regen ließ einen Teil von ihnen vorzeitig braun werden. Heuer probierte ich Fleischtomaten “Ochsenherz”. Sie wechseln gerade die Farbe, während die anderen noch tiefgrün sind. Meine langen spitzen Paprikaschoten sind ebenfalls noch grün, und während ich diese Zeilen tippe, regnet es schon wieder. Eine kleine Auberginenpflanze trotzt seit Wochen den Blattläusen. Sie hat zwei Früchte, etwa birnengroß - immerhin. Ich werde sie in dünnen Scheiben mit Olivenöl in der Pfanne braten. Da freu’ ich mich drauf!


Texte, Bilder Hörstücke © Karin Brandl, Alchima       Datenschutz