Was läuft schräg beim Wasser in Augsburg?    Transparenz seit 2009 - buerokraten.alchima.de


Welterbe mit Niveau?

Die Stadtkanäle in Augsburg (die ja bald UNESCO Weltkultur werden sollen!) seien angeblich nach einer DIN gebaut. Der Lochbach, ein Lech-Kanal, gehört zum Industriekanäle-System von Augsburg dazu.
Unsere Familie wohnt seit Jahrzehnten gleich neben dem Kanal. Aber eine DIN haben wir nie gesehen.

Baupfusch und Billig

Kaputte Kanalwände gab’s viele. Es mangelte allein schon an den Regeln der Technik. Das Bild oben zeigt das Nachbargrundstück, nachdem die Strömung 2008 ein ganzes Stück Kanalwand weggerissen hatte. Die Kraftwerksbetreiberin des T 2 ist zum Unterhalt der Kanalwände verpflichtet. Sie ließ u.a. Holzbretterschalungen auf marode alte Wandungen nageln. - Das ist keine Sanierung nach DIN. 

Im Bild unten die losgerissene, 15 m lange Holzwand schwimmend vorm Kraftwerk T 2. Beinahe hätte sie sich im Kanal verkeilt und durch Rückstau Wohnhäuser und Kleingartenanlagen überschwemmt. Das Tiefbauamt wurde damals sofort informiert, aber ... egal.     

Die Kraftwerke an den Industriekanälen sind numeriert und als „Triebwerke” - T bzw. Tr oder TW bezeichnet, neuerdings auch WKW für Wasserkraftwerk. T 2 ist identisch WKW 2 - vormals Kunstmühle Kühn, ab 2001 Kraftwerk Settele am Lochbach Martinistraße 26.    

Wie Stadtrat und Architekt Volker Schafitel der behaupteten Kanal-DIN auf die Spur kam, kann man hier nachlesen  http://www.architekturforum-augsburg.de/archives/4245

Der Lochbach neben der Martinistraße war über viele Jahre marode und kaputt. Schließlich strengten Anwohner eine Zivilklage an, denn die Behörden duldeten jeglichen Pfusch (der Kanal gehört der Stadt Augsburg). 

Dass hier Kanalwände in weiten Teilen durchlöchert oder gar nicht mehr vorhanden waren, ist dem Tiefbauamt und dem Wasserwirtschaftsamt Donauwörth  lt. einem uns vorliegenden Schreiben, bereits 2007 aufgefallen. Das Schreiben listet die Schäden minutiös auf.
Als Anlieger damals auf die Gefahr der kippenden Schalungen hinwiesen, hieß es jedoch vonseiten der Fachbehörde:

„Das drückt das Wasser wieder hin!”

Es ist in Augsburg üblich, dass Bürger vom Amtsschimmel verscheißert werden.

Die Kanalwand im Bild unten wurde von der Baufirma der Kraftwerksbetreiberin mit einem Radlader angefahren. Das war 2007. Man muß kein Diplomingenieur sein, um zu sehen, dass das Wasser eine lose Kanalwand NICHT „hindrückt”.   

Richter machte Abzocke ein Ende

Für simple Trägerbohlenwände wollte die Betreiberin später horrende Summen von den Anliegern. Dabei sind Kraftwerksbetreiber zum Kanalunterhalt verpflichtet, weil sie den Industriekanal nutzen. Als die Anlieger nicht zahlten, verklagte die Kraftwerksbetreiberin alle und machte vor Gericht eine Bauchlandung.
Im Vergleich (ohne Rechtsprüfung) mußte sie sich in jedem der Fälle mit einem sehr geringen Bruchteil zufriedengeben.

Beim Gerichtstermin 2013 war ein umstrittenes Kanalwandstück schon wieder abgerissen und neu gepfuscht. Der Anwalt der Kraftwerksbetreiberin hatte die neue Forderung schon in der Tasche.
Aber der Richter machte dieser offenkundigen Abzocke ein sofortiges Ende.
 

Links die obige Kanalwand im Okt. 2010, während der Überschwemmungen.
Lt. Staatsanwalt hat die Kraftwerksbetreiberin durch rechtswidrige Erhöhung von Streichwehr und Leerschuß des Kraftwerks, die Überschwemmung fahrlässig herbeigeführt.

siehe: herbeigeführte Überschwemmungen

 

In der späteren Zivilklage gegen die Betreiberin gab diese an, sie habe ihre geplante Lochbachsanierung 2010 nicht ausführen können, weil ihr die Anlieger die Grundstücke nicht verkauft haben.
Wer nicht verkauft wird also überschwemmt? Ja wo samma denn? 

Welterbe Überstau

Hochstau mit kaputten Kanalwänden - den zuständigen Amtsvertretern war’s 2010 total egal, wo aus ihrem Kanal Wasser rausläuft. Das wollten die gar nicht sehen. Arbeiter vom Tiefbauamt banden lediglich die lose Bretterwand mit einem Draht an dem roten Pfosten an.
Überschwemmten Augsburgern schrieb das Tiefbauamt, es könne nicht verhindern, dass private Kraftwerksbetreiber mal überstauen. Strafbare Überschwemmungen werden vom Amtsschimmel in Augsburg hingenommen. - Wenn mit einem Wasserkraftwerk verbotener Überstau und sicherheitswidriger Betrieb veranstaltet wird, dann ist ein Wasserrecht dort fehl am Platz.  

Kraftwerksbetreiberin läßt tonnenweise Lehm auf Anliegergrundstücke kippen

Eine Erlaubnis gab es nicht. Um halb Sieben Uhr morgens läuteten Bauarbeiter uns überraschend aus dem Bett und gaben an, im Auftrag der Kraftwerksbetreiberin „Wasserlöcher hinter den Kanalwänden aufzufüllen”.
Das war gelogen, denn die Löcher haben sie nicht verfüllt!
Vielmehr legten die Arbeiter in Windeseile lange Vliesbahnen neben der Kanalwand obenauf und kippten den Lehm drauf.
Darunter blieben die Wasserlöcher.

Als die Arbeiter wegfuhren, brachen schon die ersten Uferwände unter dem Gewicht.
Wir sprachen den Capo noch darauf an. Ja, habe er gesehen, aber er müsste jetzt heim, sagte er.

 

 

 

Der Pfusch brach weiter

Nach und nach brachen mehrere Holzwände ein und mußten sogar abgestützt werden.

Bei der Herbstablässe im September waren die maroden alten Wände von einer Behördendelegation aus Tiefbauamt, Umweltamt und Wasserwirtschaftsamt, die in Wathosen durch den Kanal lief, noch kontrolliert und weiterhin für tauglich befunden worden! Die Amtsvertreter waren damals sehr in Eile, denn wie uns ein Arbeiter verriet, wartete im T 2 drunten schon der Imbiß. 

 

Bild unten: Wenig später fuhr im Auftrag der Kraftwerksbetreiberin ein Schreitbagger durch den Lochbach, ohne Ablässe bei voller Wassermenge von mind. 3 kbm/sec. Das vom Bagger verdrängte Wasser spülte hinter der Kanalwand in Sekunden das Erdreich unseres Grundstücks kubikmeterweise aus.

Der schwere Schreitbagger hat dabei die Kanalsohle aufgerissen. Es klafften Spalten. Auf den Anliegergrundstücken entstanden trichterförmige Wasserlöcher, Bilder unten.

Anwohner baten einen Tiefbaufachmann, sich die Schäden anzusehen. Sein Fazit: diese Löcher aufzufüllen, hilft nicht, weil das Material unten wieder herausfällt. Das Kanalgerinne gehört fachmännisch erneuert. 

Aber die Kanalsanierung kam nicht. Jahrelang bot sich den vielen Spaziergängern auf der Lochbachbrücke der Anblick im Bild unten, auf die kippenden Kanalwände mit der Abstützung aus scharfkantig aufragenden H-Eisen. Der Querschnitt war stark verengt. Diese Wände waren eine Sicherheitsgefahr - sie mußten von einem Gutachter, an von ihm aufgemalten, Meßpunkten (siehe unten) immer wieder auf Verformung gemessen werden. Die Behörden gaben sich mit den Gutachten zufrieden.

Weltkulturerbe? Echt jetzt? 

Keine Lochbachsanierung trotz Stadtratsanträgen und privater Schreiben betroffener Anlieger an OB Gribl.
hier die Stadtratsanträge der Freien Wähler von 2013 und 2014 als pdf:

11.11.2013 Betonabdichtung Lochbach    

24.1.2014 Antrag auf Kanalsanierung   

8.10.2014 Antragserneuerung

Obwohl das Umweltamt die Sanierung „dringend notwendig” befand, verlangte es von Kraftwerksbetreiberin Settele 2014 lediglich ein zweites Bodengutachten zur Feststellung der Bodenklasse (obwohl schon eines vorlag!) mit tiefen Baggerschürfen und Rammsondierungen in den Gärten der Anlieger. 

Warum kippten eigentlich die Kanalwände hier so oft?

Wenn die Baufirma der Kraftwerksbetreiberin an den Rand hinfährt, kracht’s und kippt’s. Das beobachteten wir öfter in all den Jahren.

Dauerstörermotto: ein Stückchen gemacht und ein anderes Stückchen gekracht - wir kommen wieder, keine Frage!

Und weil ihre Kanalwände nun kaputt waren, wollte die Kraftwerksbetreiberin das Betreten der Anliegergrundstücke unterbinden.
Von Sanierung der Kanalwände kein Wort!

Alle Anlieger erhielten untenstehendes Schreiben im Auftrag der Kraftwerksbetreiberin. Lt. Gutachten von einem Ingenieurbüro, waren die Kanalwände nicht mehr belastbar. Wegen der zugelassenen Nutzlast dürften sich zwei Meter neben dem Kanal keine zwei kräftigen Personen mehr aufhalten.   


 


 

Die Kraftwerksbetreiberin zog ihre Sanierung jahrelang hin und da die Behörden der Stadt Augsburg die Kanalsanierung nie durchgesetzt/ggf. ersatzweise vorgenommen hätten, forderten Betroffene privat, durch einen Anwalt, die Kraftwerksbetreiberin dazu auf. Nach einem halben Jahr folgte die Zivilklage. Daraufhin wurden Teile saniert. 

Bei dieser Kanalsanierung der Kraftwerksbetreiberin des T 2 wurden in 1,5 m Abstand zahlreiche 5-m-Eisenträger ca. 3,5 m tief in den Lochbachboden gerammt, ohne vorherige Kampfmitteluntersuchung, und auch nach dem zufälligen Fund einer Brandbombe (die von der Polizei abgeholt wurde) bedenkenlos fortgesetzt

Haunstetten ist WK 2 bombardiertes Gebiet

Als unmittelbar gefährdete Anwohner wollten wir wissen, ob garaniert ist, dass keine Blindgänger im Kanal liegen. Wir informierten nach dem Bombenfund umgehend schriftlich Bauverantwortliche und zuständige Behörden u.a. das Tiefbauamt als Eigentümer des Kanalgrundstücks.
Doch Tiefbauamt und Umweltamt der Stadt Augsburg reagierten nicht.

Wassermanagementsystem in Augsburg: Anwohner am Industriekanal müssen vor Gericht klagen!
Bei Überstau, Rechtsverletzungen, marodem Kanalbett oder herbeigeführter Überschwemmung verweisen zuständige Behörden der Stadt Augsburg stets auf den privaten Rechtsweg. Selber tun die nichts für ihr Kanälesystem. Kannst ja klagen! -
Wenns anders nicht geht, müssen Bürger klagen.     

Wer ist verantwortlich für Kampfmittelsicherheit am Bau?

Gesetze-Bayern - Abwehr von Gefahren durch Kampfmittel - Bekanntmachung des Bayerischen Staatsministeriums des Innern vom 15. April 2010, Az. ID4-2135.12-9  
http://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/BayVwV238759

 

 

Bauherrn, Baufirmen, planende Ingenieure und Eigentümer des Baugrundstücks (hier: Stadt Augsburg) sind für die Gefahrenabwehr verantwortlich - siehe auch:  
http://www.kampfmittelportal.de/bauherrauftraggeber.html
http://www.kampfmittelportal.de/planersteuerer.html
http://www.kampfmittelportal.de/bauunternehmer.html

 

Würde hier eine Fliegerbombe gerammt, sind Menschenleben und Häuser in Gefahr.

Eine Detonation im Lochbach östlich der Martinistraße, unweit Kraftwerk T 2 Settele, zerfetzt nicht nur beteiligte Bauarbeiter, sondern trifft u.U. auch zahlreiche Unbeteiligte und deren Wohnhäuser.

Die Druckwelle einer Fliegerbombe ist weitreichend. (siehe z.B. das Video der Explosion einer Weltkriegsbombe in München-Schwabing 2012)  Sowas wollen wir in Augsburg nicht erleben

Es wird hoffentlich eine Kampfmitteluntersuchung vor den weiteren Rammarbeiten im Lochbach geben, wegen der Allgemeinen Sicherheit, und verpflichtet sind Bauherrn und Baufirmen ja ohnehin, auch wenn das manche nicht wahrhaben wollen.   

Wasserbau in Augsburg

Das drückt das Wasser wieder hin!

Lieber Gott waren das Zeiten, als es den Jackel noch gab! Und starke Muskeln in Männerarmen, und nicht nur depperte Sprüche im Hirn. Jahrzehntelang hat der Jackel hier am Lochbach hölzerne Uferpfosten handeingeschlagen, knapp unter den Kanalboden und leicht geneigt nach außen zum Land hin. Und das hat gehalten. Da ist sogar ein ganzer Güterzug, die Localbahn, täglich zweimal am Ufer entlang gefahren und die Uferwände sind trotzdem nicht ins Wasser gefallen.

In letzter Zeit aber rammten sie Eisen ein, mit Schreitbagger und Wasserwaage, damit’s senkrecht wird. Aber senkrecht blieb’s dann nicht, denn sobald sie ihren Kies hinter die Holzwand baggerten, kippte die Wand Richtung Kanal. “Das drückt das Wasser wieder hin”, sagten sie - so gescheit muß man mal sein! Ja das Wasser. Fließendes Wasser hat einen kleinen Kopf und der drückt nicht.

Was drückt, ist der rollende Kies, weil der nicht von selber steht, wie der Lehm. Und wenn man Kies einfüllt und die Stützen nicht fest genug im Boden sind, kippt’s halt. Und das wiederholten sie dann ein paar Jahre lang, nur weil sie’s nicht glauben konnten? Um den Fehler herauszufinden, brauchten sie Bodengutachten und Ingenieure. Heute müssen 20er Eisenträger 3,5 Meter tief eingerammt werden, alle anderthalb Meter einer. Die Statik ist LGA-geprüft, aber nach Blindgängern im Boden hat keiner geschaut. So geht Wasserbau in Augsburg heute. 

Der Jackel hätte lauthals gelacht über soviel Unverstand - und feste draufgehauen, weil DER hätte nicht soviel Zeit gehabt zum Herumprobieren. Der Jackel war halt gradaus und handfest. 
(© Alchima 4.9.2018) 


Die Kehrseite von Wasserschutz, Wasserkraft und Wasserbau in Augsburg

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