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Wasserschutz, Wasserkraft und Wasserbau können in Augsburg mißbraucht werden
 

Bürokraten bekämpften einen Abwasserkanal für’s Wasserschutzgebiet,
den sie aufgrund ihrer Verordnung selbst verlangten!

In den 1950er Jahren, erwarb unsere Familie das Siedlerhaus am Lochbach in Haunstetten. Die Stadt Augsburg hätte später das bestandsgeschützte Wohngebäude, gemäß ihrer eigenen Wasserschutzverordnung (WSG-VO)  bis zum Stichtag 1996 an die öffentliche Kanalisation anschließen müssen, was aber nicht geschah.
Als wir 2002 das Haus umbauen wollten und nach dem längst fälligen Kanalanschluß fragten, lehnte die Stadt ab, diesen Kanal zu legen. Der Stadt Augsburg waren die Kosten zu hoch, für ein einzelnes Haus, trotz Wasserschutzgebiet.
Stattdessen machte die Stadt Augsburg, genauer das Umweltamt, einen privaten Anschlußkanal zur Auflage für die Umbau-Genehmigung unseres Siedlerhauses. Doch laut Bayerischem Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit hätte aber die Stadt Augsburg unser Wohnhaus anschließen müssen.
Die Kommune hat die Abwasserbeseitigungspflicht, weil eine KKA im Wasserschutzgebiet nicht möglich ist. 

Zitat aus einem Schreiben, das die Stadt Augsburg 2012 am Verwaltungsgericht bei unserer Klage auf Eintragung ins Abwasserkonzept (für einen Zuschuß nach RZKKA) vorlegte: „Nachdem ihm die Versickerung auf seinem Grundstück verweigert wird (gem. WSG-VO), ist er letztlich auf eine kommunale Entsorgung angewiesen. (...) Der Anschluß war technisch mit verhältnismäßigem Aufwand möglich."

 

Stadt Augsburg wollte den privaten Kanal verunmöglichen

Hat die Stadt Augsburg einen Fehler” gemacht, weil sie uns den kleinen Zuschuß (etwa 1500 Euro) des Freistaats Bayern zu unserem privaten Anschlußkanal mißgönnte? Heute ist klar, dass uns der private Anschlußkanal nur auferlegt wurde, weil die Realisierung durch bürokratische Hürden und Repressalien verunmöglicht werden sollte. Da hätte es nicht gepaßt, dass er im Abwasser-Konzept steht. Deshalb haben die Bürokraten die Eintragung unseres Kanals unter den Tisch fallen lassen.

 

„Wollte euer Häusl jemand haben” fragte die Stadträtin, der wir die vielen bürokratischen Hürden beim Kanalbau schilderten.

Die Stadtwerke (swa Wasser) wollten 2002 das kanallose Haus kaufen, und für den Wasserschutz abreissen. Aber in derselben Schutzzone W III a1 wurden nur ein paar Meter weiter, auf dem Werksgelände der ehemaligen Kunstmühle Kühn, eine ganze Reihe neuer Wohnhäuser gebaut - trotz Wasserschutzgebiet. Warum sollte unser Haus weg, während daneben neue entstanden?   

Weil wir den Verkauf ohnehin ablehnten, gab die swa-Wasser die Auskunft, wenn wir auf den Umbau verzichteten, dürften wir die lt. WSG-VO nicht mehr zulässige(!) Abwassergrube belassen. Die Stadtwerke sind für die Abwasserentsorgung gar nicht zuständig! Die hätten ALLES erlauben können und es wäre keinen Pfifferling wert. Man wollte uns schnöde  in eine unzulässige Situation locken!

 

„Hinter sowas steckt immer ein Nachbar!” sagte die Stadträtin

Wir ließen uns nicht beirren, sondern beantragten die vielen Genehmigungen für’s Wasserschutzgebiet und bekamen sie! Zwei Jahre dauerte es. - Obwohl wir unser Vorhaben nicht an die große Glocke hängten, fanden wir nach Erteilung der Genehmigung, einen kopierten Zettel im Briefkasten: „Familie sucht bezahlbares Häuschen im Grünen!” Ach du liebe Zeit, ein Käufer jetzt wo der Umbau genehmigt war. So ein Zufall? Hinter sowas steckt immer ein Nachbar oder Strohmann. Kennen wir schon ... 

Aber wir wollten das Elternhaus eh nicht verkaufen, sondern zuhause wohnen!  Wie sehr sich die Augsburger Amtsschimmel auch verrenkten, um den “Abwasserkanal für den Wasserschutz” zu verunmöglichen, sie scheiterten mit all ihren hinterlistigen Versuchen. Unser Kanal war 2007 fertig! 

Im Folgenden einige signifikante Stationen unseres holprigen Weges.

 


 

Sondernutzungsgebühren für den Wasserschutz

Wenn die Stadt Augsburg keinen Kanal legt, sondern die Bürger selbst, dann sollen sie gefälligst doppelt und dreifach zahlen (Vielleicht haben wir die Gepflogenheiten nicht verstanden, weil wir kein griechisch sprechen. Wer weiß schon, was ein Fakelaki ist?)

Das Tiefbauamt wollte jedenfalls erst hohe Sondernutzungsgebühren für das Liegen unseres Kanals in der Straße, dann weniger hohe und nach langem Hin und Her ließ man diese ganz fallen, weil ein Kanal für den Wasserschutz ja im Sinne der Allgemeinheit ist - aber es technisch Unnötiges verlangt und alles verteuert. Egal. 

 

Dann sollten Lampen die Kanaltrasse blockieren

Danach wollte die Stadt Augsburg ein Erdkabel für eine Beleuchtung genau auf unserer genehmigten Kanaltrasse verlegen . Nicht nett. Da hätten wir dann eine neue Trasse gebraucht. Aber als wir eine gemeinsame Baumaßnahme - Kanal unten und Lampenkabel drüber - vorschlugen, machte das Amt einen Rückzieher und mottete seine Laternen wieder ein. Dieses Thema wurde später nochmal neu aufgelegt, beim OB Gribl auf der Bürgerversammlung von 2008.

 

Städtisches Grundstück mit an den Privatkanal?

Dann kam die tolle Idee vom Tiefbauamt der Stadt Augsburg, die Toiletten der nahen Kleingartenanlage bei unserem Kanal mit anzuschließen. Technisch wäre das möglich gewesen, doch die Stadt wollte den Kanal nicht in ihr Kanalnetz übernehmen. Wie hätte denn das gehen sollen?

Entwässerung eines städtischen Grundstückes über eine private Abwasserleitung? Gegen Gebühr oder so?  -  Für 1 Euro je Liter hätte ich darüber nachgedacht, das Kleingärtnerpipi bei uns durchrauschen zu lassen. Aber das Ganze war natürlich nur Geblubber vom Augsburger Wasserschutzgeist.

Nebenbei gesagt: Unser Kanal war 2007 fertig, aber die Kleingartenklos in der Schutzzone W III a1 plätscherten weiter in eine Sammelgrube. Die tolle neue Kanalisation (eine Abwasserdruckleitung wie bei uns, aber auf einer anderen Trasse versteht sich) wurde jahrelang in der Presse immer wieder fröhlich angekündigt und dann nicht gemacht - siehe: das Kanalproblem.

Es sollten wohl alle glauben, die Kleingarten-Kanalisation wäre schon längst geschehen? Überall wo der Bock der Gärtner ist, gibts Gemüse ausnahmsweise. Die große Umweltstadt Augsburg selber, schloß ihr Grundstück im Wasserschutzgebiet, trotz europäischer Wasserrahmenrichtlinien und der Zielsetzungen im Freistaat Bayern erst an, weil ein Stadtrat der FREIEN WÄHLER einen unmißverständlichen Antrag an OB Gribl gestellt hatte. - Wir verraten jetzt nicht, wo die geregelte Abwasser-Kanalisation in Augsburg sonst noch fehlt, sondern behalten uns die Beantragung zum späteren Zeitpunkt vor!

 

 

 

 

 

 

 

Der öffentliche Weg lag in einem Kleingarten

2005 stellte sich heraus, dass das Straßengrundstück wo die Kanaltrasse geplant war, teilweise in einem städtischen Kleingarten verlief. Die öffentlich benutzte Fahrbahn lag hingegen auf Privatgrund. Die Stadt Augsburg hatte wohl mal wild geteert, ohne vorher die Grenzsteine zu suchen! 

Mehrere Anwälte und Nachbarn mühten sich, aber man ließ uns eineinhalb Jahre mit unserem Kanal nicht durch! - siehe Amtspost

 

Zuletzt wollte die bürokratische Guerilla
den Kanalbau kurz vor Fertigstellung noch stoppen

Wenige Tage vor unserem Kanalbau 2007, wollte die Stadt unsere Genehmigungen noch schnell zurückziehen (Begründung: wegen fehlendem Kanal!). Als dieser Angriff fehlschlug und der Amtsleiter vom Bauordnungsamt unseren Kanalbau freigeben mußte, tauchte während der Baumaßnahme unvermittelt das Grünamt auf der Baustelle auf. Unter fadenscheinigen Vorwänden wollte ein Mitarbeiter den Kanalbau einstellen, obwohl wir alle Genehmigungen vorwiesen.

Der Kanal war schon drin!

Das Grünamt (welches dem Umweltamt unterstellt und u.a. für Kleingärten zuständig ist) wollte die Pläne ausgiebig prüfen. Ja, sagte ich zu dem Mann, das können sie, solange sie wollen. Denn wir waren schon fertig - dank Bohrtechnik!  -  Das Gesicht werde ich nie vergessen: “Was? Der Kanal ist schon drin?” Der Bürokrat war ganz verdattert, denn er sollte wohl die Fertigstellung verhindern.  

 

Tiefbauamt plante Behinderung des Feuerwehr- und Rettungswegs 

Zwei Jahre später wollte die Stadt Augsburg den Kleingärtnern und uns mit dem einzigen Wohnhaus, die Zufahrtsstraße durch neu geplante Lichtmasten verstopfen. Die Lampen hätten den Feuerwehr- und Rettungsweg und damit die allgemeine Sicherheit, behindert. Die Lampen waren 2008 auf der Bürgerversammlung bei OB Gribl beantragt worden - ausgerechnet von einem Kleingärtner. Da hätte doch keiner dran gedacht, dass die Stadt den Kleingärtnern ein Ei legen will? Und komisch, denn der CSU OB Kurt Gribl und die Haunstetter CSU-Stadträtin Hedwig Müller, halfen nicht, obwohl die Sicherheitsgefährdung offensichtlich war.

Auch der damailge CSU-Umweltreferent Rainer Schaal befürwortete diese Beleuchtungsaktion auf der Bürgerversammlung öffentlich. Heute haben wir’s verstanden: SO geht Politik - die CSU-ler wollten wohl die Kleingärtner und uns aus der grünen Lagune vertreiben.  

 

Lageplan im Amt verschwunden

Zeitgleich „fehlten” im Amt - auf äußerst undurchsichtige Weise - unsere eingereichten Kanalpläne. Die Lampenplaner hätten wohl blind ihre Masten in den Boden rammen wollen? Zum Glück mache ich mit einem Amt ALLES nur noch schriftlich.

Die Pläne tauchten nach reichlichen Faxen, u.a. an OB Gribl, aus der amtlichen Versenkung wieder auf. Pfui, so ein Saustall im Amt! Aber die fatale Lampenplanung wurde erst nach einem Zeitungsartikel in der Augsburger Allgemeinen gestoppt, und 2010 hängte die Stadt Augsburg die Lampen dann an bestehende Telefonmasten. Warum nicht gleich so? - hier die ganze Lampengeschichte

 

 

Brillen für die Bürokratie

Wir umschifften allen Bürokratenspuk erfolgreich mit satirischem Humor. Daraus entstand 2009 mein Buch: Brillen für die Bürokratie. Es wird besonders gern von der politischen Prominenz gelesen! Woran das wohl liegt?

Und es scheint in Augsburg ein bekanntes Phänomen zu sein. Häusle(um)bauer bekommen plötzlich Schwierigkeiten mit Ämtern, obwohl alles genehmigt ist. - Wem sowas passiert, der sollte an Privatpersonen denken, die ein persönliches Interesse haben könnten. Vielleicht begehrt einer das Grundstück und will dir in die Suppe spucken? Geübte Gierhälse haben auch schon mal den Denkmalschutz hierfür benutzt, aber auch Wasserschutz, Wasserkraft und Wasserbau können dafür mißbraucht werden, anderen Menschen ihre Heimat abzuknöpfen (sofern der Amtsschimmel Tango tanzt!)..  -  zum Buch

 

 

Flächendeckende Überschwemmungen durch privates Wasserkraftwerk T 2  

Nachdem unser Anschluß an die Kanalisation fertig war, begann der Industriekanal “Lochbach” überzulaufen. Er gehört der Stadt Augsburg. Das nahegelegene private Wasserkraftwerk verursachte wiederholt flächendeckende Überschwemmungen und das Umweltamt Augsburg verhinderte die Überschwemmungen nicht.

Das Kraftwerk T 2 (auch WKW 2 oder Tr 2) am Lochbach gehörte früher zur Kunstmühle Kühn in Haunstetten; seit 2001 gehört es Betreiberin Brigitte Settele, die den Strom an die Stadtwerke verkauft. 

Jan. 2009Der Lochbach in Augsburg ist ein regulierter Industriekanal mit behördlich festgelegter Wassermenge aus dem Lech, der durch Wehre abgelassen werden kann. Nie hätten wir gedacht, dass es hier zu Überschwemmungen kommen könnte.

Doch durch rechtswidriges Überstauen am Kraftwerk T 2 Settele lief er z.B. 2010 über. Keller und Gartenhäuser standen unter Wasser. Anlieger mußten die Polizei rufen, weil weder das Umweltamt, noch die Gewässeraufsicht im Tiefbauamt der Stadt Augsburg, die Überschwemmungen verhinderten. Die Feuerwehr stellte die Fluten in wenigen Minuten ab - durch Absenken des Aufstaus am Kraftwerk. 

Warum gab es jetzt plötzlich Überschwemmungen, wo früher keine waren? Wollte man die Grundstücke bewußt fluten, damit es ungemütlich wird und die Leute vielleicht gehen? 

Herbeigeführte Überschwemmungen sind strafbar gemäß § 313 StGB

  • Im Januar 2009 war der erste Eisgang am Kraftwerk Settele, mit flächendeckenden Überschwemmungen. Das Tiefbauamt schrieb später von unsachgemäßem Kraftwerksbetrieb. Betreiber müssen ihre Anlage stets von Eis befreien.
     
  • 2010 wurden dicke Balken am Streichwehr aufgesattelt und damit hochgestaut - der Kanal lief über. Das kaputte Ufer wollte die Betreiberin damals nicht richten, weil die Anlieger ihr keine Ufergrundstücke verkauft haben (dies gab sie vor Gericht schriftlich zur Kenntnis).
     
  • 2012 ließ die Betreiberin ihr Kraftwerk wieder einfrieren, sie hatte den Leerschuß nicht rechtzeitig geöffnet. Sogar der Katastrophenschutz mußte anrücken und es gab zwei Tage Überschwemmungen im ganzen Gebiet. 

Die Stadt Augsburg begünstigte diese Fahrlässigkeit, denn das Wasserrecht wurde der Betreiberin nie entzogen, es gab nie ein Bußgeld, im Gegenteil, die Behörden duldeten weiterhin Überstau. Ist das noch legale Korruption oder sind das schon Straftaten? 

Anwohner erstatten Strafanzeige wegen herbeigeführter Überschwemmung

Die Staatsanwaltschaft beschuldigte die Kraftwerksbetreiberin und ermittelte 2011 und 2012 wiederholt wegen Herbeiführen von Überschwemmung. Die private Betreiberin räumte ihre Vergehen ein, zahlte für die Einstellung des Verfahrens nach § 153 STPO eine Geldauflage. Das letzte Strafverfahren endete 2014 am Landgericht und dauerte zwei Jahre.

 

 

Baupfusch am Industriekanal

Die Kraftwerksbetreiberin ist als Nutznießerin des Kanals zum Uferunterhalt verpflichtet. Zuständige Behörden duldeten gefährlichen Pfusch bei ihren Baumaßnahmen. 2008 brach eine Uferwand ab, die ohne Verankerung im Boden, einfach aufs alte Ufer aufgenagelt worden war. Das Tiefbauamt Augsburg wurde verständigt. Die Wand schwamm als Ganzes davon und hing dann im Rechen vom Kraftwerk Settele - siehe Foto rechts. 

Wird der Wasserbau in Augsburg UNESCO-Welterbe?

Schweres Baugerät verwüstete wiederholt die Anliegergrundstücke. Unser Garten war nicht mehr zu erkennen. Eine Wiedergutmachung gab es nicht. Die Kraftwerksbetreiberin wollte von den Anliegern sogar noch massiv Geld für ihren Uferbaupfusch, den sie nach ein paar Jahren wieder wegreißen ließ, weil alles kippte. Sie verklagte alle, verlor aber im gerichtlichen Vergleich  und mußte sich mit einem Bruchteil des Verlangten begnügen.

2013 ließ sie oben auf’s Holzufer einen Wall aus tonnenschwerem Lehm aufschütten, um das Kanalufer zu erhöhen. Ganze Uferwände brachen daraufhin ein und wurden dann mit Eisenträgern abgestützt. Sie sollten dann dauerhaft so stehen bleiben wie auf dem Foto unten. 

 

Wasserbau auf dem Gutachterweg - nicht bauen, nur messen

Ein Bescheid der Stadt Augsburg vom Frühjahr 2014 bescheinigte, dass das Lochbachufer „dringend sanierungsbedürftig” ist. Aber Umweltreferent Reiner Erben (Grüne) gab im Mai 2014 in der Augsburger Allgemeinen bekannt, dass dieses Ufer im Herbst nicht saniert wird. Für die Stadt war dieses Wasserbau- Kunstwerk wohl doch nicht so dringend zu entfernen. Vielleicht haben sie den Lochbach aus dem UNESCO-Welterbe gestrichen? Alle Kanäle Kultur - außer der Lochbach beim Settele!

Dafür mußte Kraftwerksbetreiberin Settele aber Gutachten um Gutachten machen, u.a. mit wiederholten Messungen, Rammsondierungen und Bohrungen in den Anliegergrundstücken.

Das verpfuschte Ufer sollte bleiben, solange es nicht weiter zusammenbricht und lokalpolitisch Verfilzte ... Verzeihung ... Verantwortliche duldeten diesen Pfusch.

 

 

 

 

Ist das eine Uferverbauung nach den anerkannten Regeln der Technik? Dieses gnadenlose Gestell wurde von einem geotechnischen Gutachterbüro an den aufgemalten Punkten immer wieder auf Verformung gemessen. 

Kippt es oder kippt es nicht, das war hier die Frage!

 

 

Solange es nicht kippt, war die Stadt Augsburg zufrieden. Was für eine Blamage für die UNESCO-Bewerbung zum Wasserbau Augsburg!

 

Zumal dieser Uferbaupfusch im Augsburger Stadtrat seit Jahren bekannt war.

 

 

Wiederholte Stadtratsanträge wegen der katastrophalen Zustände des Lochbach-Ufers

Seit 2013 gab es zum Lochbachufer und den kippenden Uferbauwerken der Betreiberin des T 2, Anträge der Augsburger Stadtratsfraktion der FREIEN WÄHLER an OB Dr. Kurt Gribl (CSU). U.a. wurde beantragt dass der Kanal abzudichten und für die Baumaßnahmen der Betreiberin ein wasser- und baurechtliches Genehmigungsverfahren einzuleiten und dem Bauausschuss zur Genehmigung vorzulegen ist.

Hier einige Anträge der FREIEN WÄHLER Augsburg (pdf) zum Lochbach:

11.11.2013 Betonabdichtung Lochbach

24.1.2014 Antrag auf Kanalsanierung

8.10.2014 Antragserneuerung

 

Wer kontrolliert in Augsburg die Verwaltung?

Der Bauausschuss im Stadtrat bekam jedenfalls keine Gelegenheit, die Pläne zum Uferbau der Kraftwerksbetreiberin zu sichten und darüber zu entscheiden.

Die Stadtverwaltung unterstützte die Kraftwerksbetreiberin auf dem “Gutachterweg”. Die Anwohner mußten vor Gericht klagen, damit der städtische Industriekanal gerichtet wird. Die private Wasserkraftwerksbetreiberin hat dann das Ufer teilweise erneuert in unten vorgestellter Rammbauweise, aber

  • ohne Planfeststellungsverfahren
  • ohne Bauausschuß
  • ohne fachliche Kontrolle
  • ohne vorhereige Beweissicherung (schwere Erschütterungen!)
  • und ohne Kampfmitteluntersuchung vor dem Rammen im Kanalboden.

Abgedichtet wurde der Kanal nicht. Die Betreiberin ließ die Holzwand mit Kies hinterfüllen. Die Baumaßnahme ist dokumentiert. Die Holzbauweise war von der Betreiberin gewählt worden, obwohl ihr das Tiefbauamt, Abteilung Wasser- und Brückenbau 2008 vorgeschlagen hatte, dort wo Anliegergrundstücke an den Kanal angrenzen, eine Betonwand herzustellen.

Beton wäre billiger und langlebiger als Holz gewesen und es hätte dafür keine Rammarbeiten gebraucht.

 

1944/45 Bombenteppich über Haunstetten

Beim Anflug auf die Messerschmittwerke in Haunstetten, wo ab 1941 Kampfflugzeuge gebaut wurden, warfen US-amerikanische und britische Bomber 1944 einen dichten Bombenteppich aus Sprengbomben und Brandbomben ab. Haunstetten wurde schwer getroffen, u.a. auch im Bereich des Lochbachs und an der Martinistraße und sogar bis zum Wald hinüber waren Bombentrichter. Es gab Detonationen unmittelbar südlich vom Kraftwerk T 2.

Hier sind in Zukunft noch weitere Rammarbeiten geplant. Es könnten Blindgänger im Lochbach sein!

 

Tiefe Rammarbeiten ohne Kampfmitteluntersuchung 

Zwei Baufirmen rammten 2015 im Auftrag der privaten Wasserkraftwerksbetreiberin Brigitte Settele 5 m lange Eisenträger im Abstand ca. 1,50 m, ca. 3,50 m tief in die Kanalsohle, Strecke ca 100 m.
Mit so einer Planung trifft man früher oder später jeden Blindgänger, der im Kanal noch herumliegt!

Es gab keine Kampfmitteluntersuchung des Kanalbodens, in den hineingerammt wurde. Nachdem die Arbeiter im Lochbach beim Ausbaggern eine Brandbombe fanden, die von der Polizei abgeholt wurde, informierten wir als gefährdete Anwohner unverzüglich die Ingenieure, Ämter und Firmenchefs (der Emailverkehr liegt der Kriminalpolizei vor!). Umweltamt und Tiefbauamt Stadt Augsburg, Ingenieure Reisch und Ringler, Umweltreferat Reiner Erben, Wasserwirtschaftsamt Donauwörth, Fa. Stempfle, Fa. Wurzer, Bauherr Settele u. deren RA Sproll.

„Können Sie garantieren, dass keine Blindgänger vorhanden sind?”

Auf diese Frage bekamen wir keine Antwort und waren folglich in größter Besorgnis.
Nach dem Bombenfund wurde kein Kampfmittelexperte geholt, sondern blind weiter gerammt. Alle vom Umweltamt als ‘Bauleiter’ oder ‘Oberbauleiter’ genannten Personen, lehnten jede Verantwortung ab. All das haben wir schriftlich.

Es hätte die Stadt Augsburg als Sicherheitsbehörde und Grundstückseigentümerin des Kanals einschreiten müssen, wenn Explosionsgefahr zu befürchten ist.

 

Nach der Bauordnung dürfen durch Bauarbeiten jeder Art, das Leben und die Gesundheit von Menschen nicht gefährdet werden.

Die Stadt Augsburg (Eigentümerin Kanal/Baugrundstück) ist verantwortlich, wenn von ihrem Kanal eine mögliche Explosionsgefahr ausgeht.  
 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Polizisten waren 2015 wegen der Brandbombe auf der Baustelle am Lochbach. Bei der Bergung wurde absolut stümperhaft vorgegangen und die Polizei brachte diese Brandbombe in einer Plastiktüte im Streifenwagen weg, anstatt sie sicher mit Hilfe eines Kampfmittelexperten abzutransportieren.

 

Ein älterer Haunstetter Zeitzeuge der Luftangriffe, wies die Arbeiter der bauausführenden Firmen auf die mögliche Existenz von nichtdetonierten Sprengbomben hin . Für Baufirmen gibt es besondere Verhaltensregeln für das Auffinden vom Kampfmitteln auf einer Baustelle, aber die Arbeiter rammten nach dem Fund der Brandbombe weiter, ohne einen Kampfmittelexperten zu holen.   http://www.kampfmittelportal.de/verhaltensregeln-beim-auffinden-von-kampfmitteln.html

 

Wo eine Brandbombe ist, können Sprengbomben sein - diese Rammarbeiten waren „Russisches Roulette“, denn die Gefahr ist bekannt.

Fliegerbombe explodiert durch Rammarbeiten

1994 explodierte in Berlin-Friedrichshain bei Ankerarbeiten ein Blindgänger. Der Bauherr, eine Münchner Firma, hatte keine Kampfmitteluntersuchung vornehmen lassen, obwohl die Gegend alsmit Kampfmitteln belastet galt. In ca. 3,5 m Tiefe wurde der noch intakte Zünder der Fliegerbombe getroffen und so die Explosion ausgelöst. Drei Bauarbeiter starben, weitere 17 Menschen, unter ihnen Passanten und Verkehrsteilnehmer, wurden zum Teil schwer verletzt. 20 Familien, deren Wohnungen zerstört worden waren, mussten evakuiert werden. Auch in der Umgebung entstanden Schäden, der Gesamtschaden wurde auf rund fünf Millionen DM geschätzt.

 

 

 

 

 

 

 

Eine Detonation einer Fliegerbombe im Lochbach, unweit vom Gasthaus und Kraftwerk Settele, östlich der Martinistraße würde nicht nur Menschen töten oder verletzen, sondern auch zahlreiche Wohnhäuser treffen. Die Druckwelle einer Fliegerbombe ist weitreichend. (siehe das Video der Explosion einer Weltkriegsbombe München-Schwabing 2012)

Weil Arbeiter beim Rammen nicht sehen, worauf sie im Boden treffen, beantragten Anwohner 2017 bei Augsburgs OB Kurt Gribl, in Zukunft hier im Lochbach eine Kampfmitteluntersuchung zur Auflage zu machen. Die Stadt Augsburg gab KEINE ZUSAGE für eine Kampfmitteluntersuchung.

Im August 2018 stellten nun FREIE WÄHLER im Stadtrat einen Antrag für die Kanäle in ganz Augsburg an OB Gribl. Darin heißt es: „Die Stadt möge in ihren Industriekanälen im Stadtgebiet vor Wasserbau- und Uferbauarbeiten, Brückensanierungen und Neubauten eine Kampfmitteluntersuchung des Kanalgrundes zur Sicherheitsauflage machen, sofern bei den Bauarbeiten tiefgründige Rammarbeiten stattfinden (zum Beispiel Einrammen von Eisenträgern oder Spundwänden in den Kanalboden).“  wie die Augsburger Allgemeine am 21.8.2018 berichtete.

 

 

 

 

 

 

Hier war schon immer ein Haus.
Ein typisches Siedlerhaus ...
... wurde modern umgebaut

 

Die Bebauung auf der Ostseite der Martinistraße und das anschließende Gebiet bis zum Waldrand ist heute Trinkwasserschutzzone W III a1

Schutzgebietskarte (pdf)

Lochbach Augsburg, Stadtteil Haunstetten - Uferabriß 2015 - Bauherr Brigitte Settele (Walter Settele)


BilderTexteHörstücke© Karin Brandl, Alchima®        Datenschutz

Die Augsburger Wasserschutz-VO (pdf)

Die Schutzgebietskarte (pdf)