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Wie Wasserschutz und Wasserkraft mißbraucht werden können

 

Bürokraten in Augsburg bekämpften einen Abwasserkanal für’s Wasserschutzgebiet, den sie aufgrund ihrer Verordnung selbst verlangten!

Hier war schon immer ein Haus. - Vor über einem halben Jahrhundert, in den 1950er Jahren, erwarb unsere Familie das Siedlerhaus am Lochbach in Haunstetten. Eigentlich hätte die Stadt Augsburg das bestandsgeschützte Wohngebäude, gemäß ihrer eigenen Wasserschutzverordnung (WSG-VO) von 1991, bis zum Stichtag 1996 an die öffentliche Kanalisation anschließen müssen, was aber nicht geschah.

Als wir 2002 das Haus umbauen wollten und nach dem fälligen Kanalanschluß fragten, lehnte die Stadt ab, einen Kanal für’s Wasserschutzgebiet zu legen - aus Kostengründen!

Umweltamt verlangte privaten Abwasserkanal

Die Stadt Augsburg machte uns den privaten Anschlußkanal zur Auflage für die Umbau-Genehmigung unseres Siedlerhauses. Aber laut Bayerischem Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit hätte die Stadt Augsburg unser Wohnhaus anschließen müssen. Die Kommune hatte hier die Abwasser- beseitigungspflicht, weil eine Kleinkläranlage im Wasserschutzgebiet nicht möglich ist.  -  Zitat aus einem Schreiben, das die Stadt Augsburg 2012 am Verwaltungsgericht bei unserer Klage auf Eintragung ins Abwasserkonzept für den Zuschuß nach RZKKA, vorlegte: „Nachdem ihm die Versickerung auf seinem Grundstück verweigert wird (gem. WSG-VO), ist er letztlich auf eine kommunale Entsorgung angewiesen. (...) Der Anschluß war technisch mit verhältnismäßigem Aufwand möglich." 

Da hat die Stadt Augsburg wohl einen Fehler” gemacht, nur um uns den Zuschuß des Freistaats Bayern zu unserem privaten Anschlußkanal (etwa 1500 Euro) vorzuenthalten? Na sowas. Heute ist aber klar, dass uns der private Anschlußkanal nur auferlegt wurde, um dessen Realisierung durch bürokratische Hürden zu verunmöglichen. Da hätte es auch nicht gepaßt, dass er im RZKKA-Konzept steht, deshalb haben die Bürokraten die Eintragung unter den Tisch fallen lassen. Doch alle Versuche der hinterlistigen Augsburger Schadbürokraten, unseren Kanalanschluß zu torpedieren, schlugen fehl!

„Wollte euer Häusl jemand haben” fragte die Stadträtin, der wir die vielen bürokratischen Hürden beim Kanalbau schilderten.

Ja, z.B. die Stadtwerke (swa Wasser) wollten 2002 das kanallose Haus kaufen. Angeblich wollten sie es für den Wasserschutz abreissen. Gleichzeitig wurden (in derselben Schutzzone W III a1) nur ein paar Meter weiter, auf dem Werksgelände der ehemaligen Kunstmühle Kühn, eine ganze Reihe neuer Wohnhäuser gebaut - trotz Wasserschutzgebiet. 

Weil wir den Verkauf ohnehin ablehnten, meinte die swa-Wasser, wenn wir auf den Umbau verzichteten, dürften wir die lt. WSG-VO nicht mehr zulässige(!) Abwassergrube belassen. Die hätten alles erlauben” können, weil die Stadtwerke Augsburg für Abwasserentsorgung gar nicht zuständig sind. Man wollte uns in eine unzulässige Situation locken! Wohl um später einen Schleudersitz zu betätigen? - Wurde nix! 

„Hinter sowas steckt immer ein Nachbar!” sagte die Stadträtin

Wir ließen uns nicht beirren, sondern beantragten die vielen Genehmigungen für’s Wasserschutzgebiet und bekamen sie! Zwei Jahre dauerte es. Obwohl wir unser Vorhaben geheim hielten, fanden wir pünktlich nach der Erteilung einen kopierten Zettel im Briefkasten: „Familie sucht bezahlbares Häuschen im Grünen!” Ach du liebe Zeit, schon wieder ein Käufer! Jetzt, wo der Umbau genehmigt war. So ein Zufall! Hinter sowas steckt immer ein Nachbar oder sein Strohmann. Gibt hier Leute, die sich nicht scheuen ... 

Aber wir wollten das Elternhaus nicht verkaufen, sondern selber bewohnen!

 

Natürlich verkauften wir unsere Heimat nicht. - Was haben die Bürokraten beim Kanalbau alles versucht, um unser Vorhaben zu durchkreuzen?

 

 

Sondernutzungsgebühren für den Wasserschutz

Wenn die Stadt Augsburg keinen Kanal legt, sondern die Bürger selbst, dann sollen sie gefälligst doppelt und dreifach zahlen (Vielleicht haben wir die Gepflogenheiten nicht verstanden, weil wir kein griechisch sprechen. Wer weiß schon, was ein Fakelaki ist?)

Das Tiefbauamt wollte jedenfalls erst hohe Sondernutzungsgebühren für das Liegen unseres Kanals in der Straße, dann weniger hohe und nach langem Hin und Her ließ man diese ganz fallen, weil ein Kanal für den Wasserschutz ja im Sinne der Allgemeinheit ist - aber (zur Strafe weil wir die Griechische Hausaufgabe nicht gemacht haben?) wurde technisch Unnötiges verlangt und alles verteuert.

 

Dann sollten Lampen die Kanaltrasse blockieren

Danach wollte die Stadt Augsburg ein Erdkabel für eine Beleuchtung genau auf unserer genehmigten Kanaltrasse verlegen. Fein! Da hätten wir dann eine neue Trasse gebraucht. Aber als wir eine gemeinsame Baumaßnahme - Kanal unten und Lampenkabel drüber - vorschlugen, machte das Amt einen Rückzieher und mottete seine Laternen wieder ein.

Dieses Thema wurde später nochmal neu aufgelegt, beim OB Gribl auf der Bürgerversammlung 2008.

 

Städtisches Grundstück an Privatkanal?

Dann kam die tolle Idee der Stadt Augsburg, die Toiletten der nahen Kleingartenanlage bei unserem Kanal mit anzuschließen, doch sie wollte dafür den Kanal nicht in ihr Kanalnetz übernehmen. Wie hätte denn das gehen sollen? Entwässerung eines städtischen Grundstückes über eine private Abwasserleitung? Gegen Gebühr?  -  Für 1 Euro je Liter hätte ich darüber nachgedacht, das Kleingärtnerpipi bei uns durchrauschen zu lassen. Aber das Ganze war nur Geblubber vom Wasserschutzgeist.

Unser Kanal war lange schon fertig, die Kleingartenklos plätscherten noch Jahre im Wasserschutzgebiet Schutzzone W III a1 in einen Sammeltopf. Die Kanalisation wurde lediglich jahrelang in der Presse angekündigt. Sollten wohl alle glauben, es wäre längst geschehen.

 

Der öffentliche Weg lag in einem Kleingarten

2005 stellte sich heraus, dass das Straßengrundstück mit unserer Kanaltrasse teilweise in einem städtischen Kleingarten verlief. Da hat die Stadt mal wild geteert, ohne vorher die Grenzsteine zu suchen!  -  Mehrere Anwälte und Nachbarn mühten sich.

Aber man ließ uns eineinhalb Jahre mit unserem Kanal nicht durch! siehe Amtspost

 

Bürokratische Guerilla wollte Kanalbau stoppen

Wenige Tage vorm Kanalbau 2007, wollte die Stadt unsere Genehmigungen noch schnell zurückziehen (Begründung: wegen fehlendem Kanal!).

Als dieser Angriff fehlschlug und der Amtsleiter von Bauamt unseren Kanalbau freigeben mußte, tauchte während der Baumaßnahme unvermittelt das Grünamt auf der Baustelle auf und wollte uns unter fadenscheinigen Vorwänden den Kanalbau einstellen, obwohl wir alle Genehmigungen vorwiesen.

Aber auch dies mißlang, denn der Kanal war dank Bohrtechnik bereits drin - schneller als amtliche Guerilleros denken können!  

 

Beleuchtungsmasten sollten den Feuerwehr- und Rettungsweg behindern - vom Tiefbauamt geplant

Zwei Jahre später wollte die Stadt Augsburg den Kleingärten und unserem Wohnhaus die Zufahrtsstraße durch neu geplante Lichtmasten gefährden. Sie behinderten den Feuerwehr- und Rettungsweg. Die Lampen waren auf der Bürgerversammlung bei OB Gribl beantragt worden. 

OB Gribl und Stadträtin Hedwig Müller (beide CSU), halfen nicht, obwohl die Sicherheitsgefährdung offensichtlich war. Auch der damailge CSU-Umweltreferent Rainer Schaal befürwortete diese Beleuchtungsaktion auf der Bürgerversammlung öffentlich.

Lageplan des Kanals im Amt verschwunden

Zeitgleich „fehlten” im Amt - auf äußerst undurchsichtige Weise - unsere eingereichten Kanalpläne. Die Lampenplaner hätten wohl auf gut Glück ihre Masten in den Boden gerammt? Zum Glück mache ich mit einem Amt ALLES nur noch schriftlich. Die Pläne tauchten daher nach reichlich Schriftverkehr und Faxen, u.a. an OB Gribl, aus der amtlichen Versenkung auf.

Aber die fatale Lampenplanung wurde erst nach einem Zeitungsartikel in der Augsburger Allgemeinen gestoppt, und 2010 hängte die Stadt die Lampen an bestehende Telefonmasten. Warum nicht gleich so? - hier die ganze Lampengeschichte

 

Brillen für die Bürokratie

Wir umschifften allen Bürokratenspuk erfolgreich mit satirischem Humor.

Daraus entstand 2009 mein Buch: Brillen für die Bürokratie. Es wird von der politischen Prominenz besonders gern gelesen.

Es scheint in Augsburg ein bekanntes Phänomen zu sein. Häusle(um)bauer haben plötzlich, aus unerklärlichen Gründen und obwohl doch alles geklärt schien, gehäufte Schwierigkeiten mit Ämtern. Wem das passiert, der sollte an gut vernetzte Privatpersonen denken, die ein persönliches Interesse haben könnten. Vielleicht begehrt einer das Grundstück?  -  zum Buch

Geübte Gierhälse haben z.B. schon den Denkmalschutz benutzt , aber auch Wasserschutz, Wasserkraft und Wasserbau können gewissenlos genutzt werden, wenn es darum geht, anderen Menschen ihre Heimat abzuknöpfen.

Zufällig sind das die Themen mit denen Augsburg sich 2018 als UNESCO-Weltkulturerbe bewirbt. Hier wird nämlich gern über die Kehrseite der Medaille ein Werbeplakat gehängt!

 

Herbeigeführte Überschwemmungen durch privates Wasserkraftwerk T 2 Settele am Lochbach 

Nachdem unsere Kanalisation fertig war, gings mit dem Kraftwerkskanal ‘Lochbach’, so richtig los. Das private Wasserkraftwerk verursachte wiederholt flächendeckende Überschwemmungen, wo früher nie welche waren. Das Umweltamt Augsburg verhinderte die Überschwemmungen nicht. Das T 2 (auch WKW 2 oder Tr 2) haben seit 2001 Steuerberater Settele Walter und seine Frau Brigitte, welche die offizielle Betreiberin ist. Zuvor gehörte das Kraftwerk zur einstigen Kunstmühle Kühn am Lochbach in Haunstetten.

 

Eisgang und rechtswidriger Überstau - strafbare herbeigeführte Überschwemmungen gem. § 313 StGB

Jan. 2009Der Lochbach ist ein Triebwerkskanal mit festgelegter Wassermenge aus dem Lech.

Durch rechtswidriges Überstauen am Kraftwerk Settele lief er über. Keller und Gartenhäuser standen unter Wasser. Anlieger mußten die Polizei rufen, weil das Umweltamt und die Gewässeraufsicht im Tiefbauamt der Stadt Augsburg die Überschwemmungen nicht verhinderten.

Im Januar 2009 war der erste Eisgang am Kraftwerk Settele, mit Überschwemmungen. Das Tiefbauamt schrieb später von unsachgemäßem Kraftwerksbetrieb. Betreiber müssen ihre Anlage stets von Eis befreien. 2010 wurden dicke Balken am Streichwehr aufgesattelt und hochgestaut - der Kanal lief über. Das kaputte Ufer war von der Betreiberin Settele damals nicht gerichtet worden, weil die Anlieger ihr keine Ufergrundstücke verkauft haben (dies gab sie vor Gericht schriftlich an). 2012 ließen Setteles ihr Kraftwerk wieder einfrieren, sie hatten den Leerschuß nicht rechtzeitig geöffnet. Sogar der Katastrophenschutz mußte anrücken und es gab zwei Tage Überschwemmungen im ganzen Gebiet. Die Stadt Augsburg begünstigt die Fahrlässigkeit - das Wasserrecht wurde der Betreiberin nie entzogen, es gab nie ein Bußgeld, im Gegenteil, das Umweltamt duldete weiterhin das Überstauen.

Anwohner erstatten Strafanzeige wegen herbeigeführter Überschwemmung

Die Staatsanwaltschaft ermittelte 2011 und 2012 wiederholt und stellte strafbares Herbeiführen von Überschwemmung fest. Die Betreiberin räumte ihr alles ein und zahlte für die Einstellung nach § 153 STPO eine Geldauflage. Das letzte Strafverfahren dauerte 2 Jahre, die Betreiberin darf jetzt nichts mehr einfrieren lassen, sonst ... mehr ...

Anlieger am Kanal sollten ihre Ufergrundstücke an die Wasserkraftbetreiberin hergeben

Die Anlieger sollten wohl durch ein provoziertes “Überschwemmungsgebiet” zum Verkauf ihrer Ufergrundstücke an die Wasserkraftwerksbetreiberin “bewegt” werden. Vor einem Vertreter vom Wasserwirtschaftamt, gab ein Mitarbeiter des Umweltamts Augsburg an, wie sehr er bei Anliegern für den Verkauf an die Betreiberin Settele warb, damit diese das geplante Ufer baue. Er bedauerte, dass seine Bemühungen vergeblich waren.

 

Wer nicht verkauft, wird mit wiederholtem Baupfusch am Kanalufer drangsaliert

Beim Uferbau vom Kraftwerk Settele wurde jahrelang gepfuscht. Keine Behörde kontrollierte, was da gebaut wurde. 2008 brach eine Uferwand ab, die ohne Verankerung im Boden, aufs alte Ufer aufgenagelt worden war. Das Tiefbauamt Augsburg wurde verständigt. Die Wand schwamm als Ganzes davon und hing dann im Rechen vom Kraftwerk Settele.

Regeln der Technik? Unbekannt.

Dann verwüstete schweres Baugerät wiederholt die Anliegergrundstücke. Mein Garten war nicht mehr zu erkennen. Eine Wiedergutmachung gab es nicht. Die Betreiberin wollte von einigen Anliegern massiv Geld fürs ihren Uferbau einklagen, aber die Betreiberin verlor im gerichtlichen Vergleich, der ihr nur einen geringen Bruchteil des Verlangten zusprach. 

2013 ließ Brigitte Settele oben auf’s Holzufer einen Damm aus tonnenschwerem Lehm aufschütten, weil sie höher aufstauen wollte. Ganze Uferwände brachen danach ein, weil sie für das Gewicht nicht ausgelegt waren. Sie wurden provisorisch abgestützt. (Foto) Lt. eines Bescheides vom Umweltamt der Stadt Augsburg im Frühjahr 2014 war das Ufer „dringend sanierungsbedürftig”.

Umweltreferent Reiner Erben (Grüne) wollte aber offenbar Wasserkraftwerksbetreiberin Brigitte Settele bentgegenkommen, denn im Mai 2014 gab er in einem Artikel in Augsburger Allgemeinen bekannt, dass dieses Ufer im Herbst 2014 nicht saniert wird. Dabei war es doch „dringend sanierungsbedürftig”. Es wäre für die Betreiberin jedoch billiger gewesen, wenn das Ufer so stehenbleiben kann, wie im Foto.

Gutachten sind immer gut, auch wenn sie Anliegern schaden.

Kraftwerksbetreiber Settele machte Gutachten um Gutachten u.a. mit Rammsondierungen, Baggerschürfen in Anliegergrundstücken, damit das verpfuschte Ufer noch lange so bleiben konnte , und lokalpolitisch Verfilzte ... Verzeihung ... Verantwortliche duldeten das.  Das gnadenlose Provisorium wurde vom geotechnischen Gutachterbüro des Dr. Gödecke, an den aufgemalten Punkten immer wieder auf Verformung gemessen. Das sollte Standfestigkeit gewährleisten. 

 

Komplex ‘Wassermanagementsystem’ von Augsburg! - Ist das auf dem Foto eine Uferverbauung nach den anerkannten Regeln der Technik? - Ach, hier muß ein Ufer doch bloß standfest sein, sonst nix.

Der Lochbach ist ein Lechkanal in Augsburg. - Mit seinen Kanälen, Wasserkraft, Wasserbau und Wasserkunst bewirbt sich Augsburg 2018 als schützenswertes Weltkulturerbe bei der UNESCO.

 

 

Was für eine Blamage!

Zumal dieser Uferbaupfusch sogar im Stadtrat jahrelang bekannt war.

 

 

 

 

 

 

Wegen der katastrophalen Zustände am Lochbachkanal stellten Stadträte seit 2013 Anträge an OB Gribl 

Seit 2013 gab es zum Lochbach und den Baumaßnahmen der Kraftwerksbetreiberin des T 2 Anträge der Augsburger Stadtratsfraktion der Freien Wähler an OB Dr. Kurt Gribl.

U.a. wurde beantragt dass der Lochbach abzudichten und für die Baumaßnahmen der Betreiberin ein wasser- und baurechtliches Genehmigungsverfahren einzuleiten und dem Bauausschuss zur Genehmigung vorzulegen ist.

Anträge der Stadträte der Freien Wähler Augsburg pdf:

11.11.2013 Betonabdichtung Lochbach

24.1.2014 Antrag auf Kanalsanierung

8.10.2014 Antragserneuerung

Anwohner mußten vor Gericht erst klagen. Dann wurde das Ufer von der privaten Wasserkraftbetreiberin gebaut, aber  

  • ohne Planfeststellungsverfahren
  • ohne Bauausschuß
  • ohne fachliche Kontrolle

Abgedichtet wurde der Kanal nicht. Die beauftragten Firmen der Betreiberin hinterfüllten die Holzwand wieder mit Kies. Das ist dokumentiert. Betreiberin Brigitte Settele hat ihre Baumaßnahme, lt. Schreiben des Ingenieurs. lediglich mit dem Umweltamt abgesprochen. Ein baurechtliches Planfeststellungs- verfahren fand nicht statt. Die wasserdurchlässige Holzbauweise war von der Betreiberin so gewünscht, obwohl das für Wasserbau zuständige Tiefbauamt Augsburg, Abteilung Wasser- und Brückenbau, schon 2008 in einem Schreiben welches uns vorliegt, der Betreiberin Settele für diesen Bereich am Lochbach eine (kostengünstigere!) Betonbauweise vorgeschlagen hatte.

Beton wäre billiger und langlebiger als Holz gewesen und für Betonwände hätte sie diese gefährlichen Rammarbeiten nicht gebraucht - in einem Bombardierungsgebiet des Zweiten Weltkriegs

 

Unbekannte Anzahl Weltkriegs-Blindgänger

Beim Anflug auf die Messerschmitt-Rüstungswerke warfen US-amerikanische und britische Bomber 1944 einen dichten Bombenteppich aus Sprengbomben und Brandbomben ab. Haunstetten wurde schwer getroffen, u.a. im Bereich des Lochbachs und an der Martinistraße. Es gab Detonationen unmittelbar südlich vom Kraftwerk T 2. wo auch in Zukunft noch weitere Uferarbeiten durch Betreiberin Settele ausstehen. Dort könnten Blindgänger sein!

 

Tiefe Rammarbeiten - Brandbombe gefunden

Zwei Baufirmen rammten 2015 im Auftrag der privaten Wasserkraftwerksbetreiberin Brigitte Settele 5 m lange Eisenträger im Abstand ca. 1,50 m, ca. 3,50 m tief in die Kanalsohle, Strecke ca 100 m. Mit so einer Planung trifft man gewiß jeden Blindgänger, der im Lochbach noch herumliegen könnte!

Dennoch gab es keine Kampfmitteluntersuchung. Nachdem im Lochbach eine Brandbombe beim Ausbaggern gefunden und von der Polizei abgeholt wurde, informierten wir als gefährdete Anwohner unverzüglich Ingenieure, Ämter und Firmenchefs (der Emailverkehr liegt der Kriminalpolizei vor!).

  • Ingenieur Rudolf Otto Reisch (Planverfasser)
  • Ingenieur Andreas Ringler  
  • Umweltamt Stadt Augsburg
  • Tiefbauamt Stadt Augsburg
  • Umweltreferat der Stadt Augsburg
  • Wasserwirtschaftsamt Donauwörth
  • bauausführende Fa. Stempfle Bau, Hr. Hopfenzitz
  • bauausführende Fa. Wurzer-Umweltdienst
  • Bauherr Settele u. RA Sproll

Keiner der Bauverantwortlichen hat sich darum gekümmert. Wir wollten wissen, ob die Sicherheit gewährleistet ist, dass keine Blindgänger vorhanden sind. Alle vom Umweltamt als ‘Bauleiter’ oder ‘Oberbauleiter’ genannten Personen, lehnten jede Verantwortung ab. Nach dem Bombenfund wurde ohne Kampfmitteluntersuchung blind weiter gerammt. Das Umweltamt Augsburg, mit dem Baumaßnahme und Planung abgesprochen war, hätte den Uferbau einstellen und eine sofortige Kampfmitteluntersuchung anordnen müssen.

 

Nach der Bauordnung dürfen durch Bauarbeiten jeder Art, das Leben und die Gesundheit von Menschen nicht gefährdet werden.

  • Bauherrn müssen vor dem Bau eine Kampfmitteluntersuchung durchführen
  • Planende Ingenieure haben die Pflicht zum Hinweis auf die Notwendigkeit zur Feststellung der Kampfmittelfreiheit
  • Baufirmen dürfen ihre Arbeit erst aufnehmen, wenn eine ordnungsgemäße Freigabe vorliegt, und bei Gefahr in Verzug dürfen sie nicht einfach so weitermachen
  • Die Stadt Augsburg ist Eigentümerin des Kanals - die Behörden sind verantwortlich, wenn vom Kanalgrundstück eine mögliche Lebensgefahr ausgeht      

 

 

 

 

 

 

 

 

Wo eine Brandbombe ist, können Sprengbomben sein

Ein älterer Haunstetter Zeitzeuge der Luftangriffe, wies die Arbeiter der bauausführenden Firmen auf die mögliche Existenz von nichtdetonierten Sprengbomben hin.

 

Eine Kampfmitteluntersuchung des Bachbodens, die bei solch tiefen Rammarbeiten zwingend erforderlich ist, hat es nie gegeben, auch nicht nach dem Bombenfund - es wurde danach blind weiter gerammt.

 

 

Diese Uferbaumaßnahme war „Russisches Roulette“!

Wir erkennen eine grob fahrlässige Gefährdung von Leib und Leben, sowohl für die Anwohner, als auch für die Bauarbeiter und zahlreiche Augsburger in der Umgebung, die von einer Detonation im städtischen Lochbach tödlich getroffen werden können.  

Wenn hier im Lochbach, östlich der Martinistraße, eine Bombe explodiert, wird zudem eine ganze Anzahl Wohnhäuser betroffen.

Die Druckwelle ist weitreichend. (siehe hierzu das Video der Explosion einer Weltkriegsbombe München-Schwabing 2012)

Deshalb beantragten gefährdete Anwohner 2017 bei Augsburgs OB Kurt Gribl, für die zukünftigen Uferbaumaßnahmen im Lochbach den Bauherrn  eine Kampfmitteluntersuchung zur Auflage zu machen.

Warum wird diese Auflage nicht gemacht?

Die Stadt Augsburg gab keine Zusage, d.h. im Extremfall wird hier in Zukunft blind weitergerammt, wie 2015.

Einstweilen versuche ich in der Sprache der Kunst, die Vorstellungskraft zu wecken ...

Hier war schon immer ein Haus.
Ein typisches Siedlerhaus ...
... wurde modern umgebaut

 

Die Bebauung auf der Ostseite der Martinistraße und das anschließende Gebiet bis zum Waldrand ist heute Trinkwasserschutzzone W III a1

Schutzgebietskarte (pdf)

Lochbach Augsburg, Stadtteil Haunstetten - Uferabriß 2015 zur Baumaßnahme Kraftwerk Settele T 2 / WKW2


Die Augsburger Wasserschutz-VO (pdf)

Die Schutzgebietskarte (pdf)