buerokraten.alchima.de   Transparenz in Augsburg

Stromerzeugung ist keine selbstlose Tat! 

 

Strom ist ein Geschäft - und selbst Betreiber kleiner Wasserkraftwerke sind Unternehmer. Sie verdienen damit Geld.  

Wasserkraftbetreiber in Augsburg schmücken sich gerne damit, dass sie mit ihrem kleinen Kraftwerk soundsoviele Haushalte “mit Energie versorgen”. Den erzeugten Strom verschenken sie aber nicht an ihre Mitbürger, sondern lassen ihn sich teuer bezahlen.

 

Wasserkraftbetreiber bekommen erhöhte Einspeisevergütungen für jedes Kilowatt.

Warum ist Strom für Endverbraucher so teuer?

An der Strombörse kostete z.B. das Kilowatt Strom am 20.10.2017  4,34 Cent/kWh

Wasserkraftbetreiber bekommen bis zu 12,67 Cent für das kW als erhöhte Einspeisevergütung bezahlt 

Verbraucher müssen für das kW zwischen 25 und 30 Cent bezahlen. 

Alle Stromkunden müssen mitzahlen - für die EEG-Einspeisevergütung, also die “Öko-Stromzulage” die auch den Betreibern von Wasserkraftanlagen gewährt wird, obwohl gerade dort die ökologischen Anforderungen oft nicht erfüllt werden, z.B. fehlen oft die Fischtreppen oder sind mangelhaft. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

UNESCO Bewerbung in Augsburg wirft dunkle Schatten voraus

Ein privates Wasserkraftwerk zu unterhalten, macht freilich Mühe und Arbeit, so wie jedes andere Unternehmen auch. Aber in Augsburg wirft die UNESCO Bewerbung bereits häßliche Schatten voraus. Weil die Stadtkanäle  Weltkulturerbe werden sollen, regen sich private Wasserkraftwerksbetreiber in der Zeitung auf, wenn sie den Rechen an ihrer Turbine reinigen und Müll aus dem Kanal entsorgen müssen.

Im Herbst fällt Laub in die Stadtkanäle, nach jedem Sturm schwimmen viele Äste und Müll darin. Im Stadtgebiet gibt’s viele Biber und oft schwimmt Biberholz im Kanal, das die typischen Fraßspuren der Nager trägt.   

Das regelmäßige Reinigen des Rechens gehört zu den normalen Alltagsarbeiten bei einem Wasserkraftwerk. Manche Wasserkraftwerksbetreiber haben dafür auch billige Bedienstete.    

 

Strom-Profit durch ein kleines Wasserkraftwerk

Angenommen ein kleines Wasserkraftwerk macht z.B. 50 Kilowatt Leistung in der Stunde x 24 Stunden = 1200 Kilowatt pro Tag.

Legen wir die erhöhte Einspeisevergütung von 12,67 Cent pro Kilowatt zugrunde, dann sind das 152,04 Euro Einnahme am Tag.

Bei 50 kW/h Turbinenleistung liegt die monatliche Einnahme für den Wasserkraftwerksbesitzer bei:   4561,20 Euro

Die Einspeisevergütung bekommt der Betreiber, nur weil die Turbine sich dreht! Da muß er noch gar nichts arbeiten.   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Man sollte annehmen, dass die Betreiber ihre Wasserkraftanlagen in Ordnung halten können. Sie verdienen Geld damit. Wenn einem Betreiber die Arbeit nicht gefällt, dann steht es ihm frei, sein Kraftwerk zu schließen.

Niemand wird in Augsburg gezwungen, ein privates Wasserkraftwerk zu betreiben!

 


 

Kleinwasserkraftwerke tragen nur 0,26 % zur Gesamtstromerzeugung in Deutschland bei

Als Energieerzeuger sind sie bedeutungslos. Alle Kleinen und Kleinsten Wasserkraftwerke in Deutschland machen nur 0,26 % der Gesamtstromerzeugung Deutschlands aus. Für die Energiewende sind sie unerheblich.

  • Kleinwasserkraftwerk - unter 1000 kW/h Leistung
  • Kleinstwasserkraftwerk - weniger als 100 kW/h

Doch der ökologische Schaden durch die Kleine Wasserkraft ist immens, z.B. für Gewässer und Tierwelt.

“Eine Folge der querverbauenden Wasserkraftnutzung ist neben der fehlenden Durchgängigkeit die direkte Gefährdung des Fischbestandes durch laufende Kraftwerksturbinen. Die Saugströmung der Turbine zieht die Fische in der unmittelbaren Umgebung an. Sind die Abstände der Rechenstäbe des Einlaufrechens groß genug, um den Fisch passieren lassen zu können, wird er in die Turbine gesogen und zerstückelt. Zudem verenden viele Fische durch die scharfkantige Oberflächenstruktur der einzelnen Rechen” (Dipl.-Biol. Christine Lecour, 2011: „Schädigung von Fischen durch Wasserkraftanlagen“, Vortrag im Rahmen des 26. BWK-Bundeskongresses - BWK = Bund der Ingenieure für Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft und Kulturbau e. V. - vom 22. bis 24. September 2011 in Wernigerode).

Wasserkraft ist nur dann ein Beitrag zu einer nachhaltigen Energieversorgung, wenn alle gesetzlichen Vorgaben nach WRRL (Wasserrahmenrichtlinie), Natura 2000 und WHG (Wasserhaushaltsgesetz) - bei strikter Einhaltung der ökologischen Bedingungen - erfüllt werden.

In der Regel kann die turbinengestützte Kleine Wasserkraft diese Auflagen nicht erfüllen.

 

Das Umweltbundesamt sieht die Kleinwasserkraft nicht als förderungswürdig

Nach dem Vorschlag der Fachleute vom Umweltbundesamt (siehe u.a. UBA-Texte 01/01) sollten im Gesetzestext des EEG die Kleinwasserkraftanlagen bis 1000 kW Leistung, gerade wegen der vernachlässigbar geringen CO2-Einsparung (0,09% des bundesdeutschen CO2-Austoßes) im Verhältnis zu den vielfältigen, kaum ausgleichbaren ökologischen Schäden nicht gefördert werden.

 

 

 

 

 

 

Doch der Blutige Strom wird bezuschusst

Sebastian Schönauer vom Arbeitskreis Wasser des BUND Naturschutz, verwies in seinem Vortrag beim Deutschen Fischereitag in Ulm am 19. Juni 2013 über „Regenerative Energien und Gewässer, Klein(st) - Wasserkraft” darauf, dass in den Bundestagsdebatten zum EEG (Erneuerbare Energien Gesetz) von den Wasserkraftlobbyisten ökologische Forderungen des Natur- und Gewässerschutzes zum Betrieb von Wasserkraftanlagen als „ÖKO-Ballast" verunglimpft wurden.

Die sehr gut organisierten Besitzer von Kleinwasserkraftanlagen konnten erreichen, dass im Bundestag fraktionsübergreifend eine Wasserkraftbesitzerlobby allen voran CSU-Politiker wie die Herren Ramsauer und Glos, vereint mit „Klimapolitiker/innen“ der SPD und GRÜNEN, eine Subventionierung gerade der Kleinwasserkraft über das EEG regelrecht durchboxte.

Dies habe in vielen Fällen dazu geführt, dass gerade die Betreiber der Kleinwasserkraftanlagen immer weiter erhöhte Einspeisevergütungen (bis zu 12,67 Cent / KWh) nach den Bestimmungen des EEG für sogenannten „Ökostrom” aus Wasserkraftwerken erhalten ohne dass sich die ökologische Situation der Fließgewässer auch nur annähernd gebessert hätte.

Verbraucher zahlen für „Ökostrom“ erhöhte Preise, erhalten aber weiterhin „Blutigen Strom” aus Wasserkraft.

Link: Fischhäckselmaschinen (Artikel Zeit-online)

 

 

 

Turbinengetriebenes Kleinstwasserkraftwerk am Lochbach in Augsburg.

 

 

 

 

Die turbinengestützte Wasserkraft wird jetzt von der Stadt Augsburg als Bewerbung zum UNESCO Weltkulturerbe vermarktet.

In Augsburg laufen an zahlreichen Kanälen noch zig kleine Wasserkraftanlagen, die in früheren Zeiten von Handwerkern benötigt wurden. Nach heutigem Standard sind sie dafür nicht mehr notwendig, viele Betriebe bestehen nicht mehr, die alten Anlagen sind aber noch da und der Strom wird ins Netz der Stadtwerke eingespeist. Erfüllen die alten Kraftwerksanlagen ökologische Anforderungen?

Oft fehlen Fischtreppen. So können die Fische an den Stauanlagen nicht vorbei. Manche werden vom Turbinensog festgehalten und verenden im Rechen, kleinere Exemplare gehen durch den Rechen und die Turbine, wo sie oft verletzt und getötet werden .   

Link: Bilder, die keiner sehen möchte die man aber kennen sollte, wenn es um Turbinenstrom geht (Gesellschaft für Ichthyologie, Hochschule Bremen)

 

 

Öko-Schwindel in Augsburg

Unwirksames wird als „Öko-Maßnahme” deklariert, um staatliche Subventionen durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz EEG zu kassieren. Das Video: Wie Ökostrom die Natur zerstört (Beitrag über Augsburg beginnt nach ca. 5 Min.) zeigt, dass in Augsburg ein Plastikrohr als Fischtreppe eines Wasserkraftwerks anerkannt wurde. Im Film bestätigt ein Fachmann vom Regierungsbezirk Schwaben, dass das Plastikrohr als Fischtreppe völlig unwirksam ist. Die Fische werden trotzdem in die Turbinenströmung gezogen.

Öko-Zulagen für Unwirksames - das ist Subventionsbetrug!  

 

 

 

 

 

 

 

Mißbrauch der EEG-Einspeisevergütung

Als erneuerbare Energiequelle sind sie bedeutungslos, ihr ökologischer Schaden aber ist immens, nicht nur für die Fische, auch Umwelt, Fließgewässer und Wasserqualität werden durch Aufstauen beeinflußt.

Politiker, die jedem Kilowatt Wasserkraftstrom und jedem kleinen Wasserkraftwerk pauschal ein “öffentliches Interesse” bescheinigen, nur weil es Strom erzeugt und ins öffentliche Netz einspeist, handeln nicht umweltpolitisch nachhaltig und im Sinne der Allgemeinheit. Sie stehen offensichtlich im Dienst der Profitinteressen privater Wasserkraftbesitzer.

 

 

 

Strom gibt es heute billig an jeder Ecke! - Wir brauchen für die Energiewende keine kleinen Wasserkraftwerke und auch die Modernisierung veralteter Anlagen für mehr Stromausbeute, bringt keinen ökologischen Nutzen für die Umwelt, wenn die ökologisch notwendigen Anforderungen nicht erfüllt werden.

 

Link: Rückbau gefordert - Fische verenden in Wasserkraftanlagen (Artikel wn-online)

 

Naturschützer fordern den Rückbau kleiner Wasserkraftwerke, anstelle von zweifelhaften Modernisierungen veralteter Anlagen.

Bei größeren Anlagen fordern sie das Durchsetzen der ökologisch notwendigen Anforderungen. Wie wichtig das ist, zeigt sich zum Beispiel in Augsburg.

 

Wasserkraftwerk der Stadtwerke Augsburg ohne Fischtreppe am Netz

 

Das neue große Lech-Kraftwerk der Stadtwerke Augsburg am Hochablass (seit 2013 am Netz!) hat bislang noch keine Fischtreppe, obwohl diese Öko-Auflage war und geplant wurde. Angeblich soll sie 2019 fertig werden. 

 

 

 

Ist das Öko-Strom, wenn Öko-Auflagen nicht erfüllt sind?

Angesichts so gravierender Versäumnisse verwundert es nicht, wenn im Hinblick auf den Vollzug ökologischer Anforderungen, laut Sebastian Schönauer zu konstatieren sei, dass sich bei den Genehmigungsbehörden auf Kreisebene unter dem Druck der Politik ebenfalls die wirtschaftlichen Interessen der Kleinwasserkraftbetreiber durchpausen würden. Dies gehe bis hin zum Mißbrauch der EEG-Einspeisevergütung.

Bedenklich sei, dass Umweltgutachter nach § 25 (3) EEG 2009 zahlreichen Wasserkraftanlagen „wesentliche ökologische Verbesserungen” attestiert hätten, wo letztlich in Zivilgerichtsprozessen gar keine relevanten Verbesserungen festgestellt werden konnten. Somit seien vielerorts Kleinwasserkraftbetreiber durch zweifelhafte Gutachten ungerechtfertigt und zu Lasten der Stromverbraucher in den Genuss von 100.000den bis Millionen Euro gekommen.

 

 

Quellen:

  • Vortrag Schönauer, Sebastian:  Regenerative Energien und Gewässer - beim Deutschen Fischereitag in Ulm am 19. Juni 2013
  • Umweltbundesamt (Hrsg.): „Wasserkraftanlagen als erneuerbare Energiequelle - rechtliche und ökologische Aspekte“; UBA-TEXTE 01/01, ISSN 0722-186X, Berlin, Jan. 2001, 91 S.
  • 15. WRRL-Forum des BUND am 21. September 2013, Thema „Wasserkraft – eine nachhaltige erneuerbare Energie? Wirklichkeit trifft Anspruch“, Zusammenfassung von Nikolaus Geiler
  • Dipl.-Biol. Christine Lecour, 2011: „Schädigung von Fischen durch Wasserkraftanlagen“, Vortrag im Rahmen des 26. BWK-Bundeskongresses - BWK = Bund der Ingenieure für Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft und Kulturbau e. V. - vom 22. bis 24. September 2011 in Wernigerode

Jan. 2015, akt.Jul16, Jan18

Schädigung von Fischen durch Wasserkraftanlagen

Manche Leute glauben, dass Wasserkraftanlagen bloß einen Rechen bräuchten und schon könne den Fischen nichts mehr passieren. - Dem widerspricht die Realität. Ein Vortrag über die "Schädigung von Fischen durch Wasserkraftanlagen" von Dipl.-Biol. Christine Lecour und Dipl.-Biol. Peter-Christian Rathcke kam zu dem Fazit

"An allen bisher untersuchten Wasserkraftanlagen wurden immer Schädigungen an Fischen durch die WKA festgestellt” - Fleischwunden, Quetschung, Striemen/Schnittwunden, Blutergüsse, Schuppungen, geplatzt, Teilzertrennung, Totalzertrennung, Augendeformation, Wirbelbrüche

Vortrag beim 26. BWK Bundeskongress der Umweltingenieure in Wernigerode (22.-24. Sept. 2011)

Weiterführende Links

Bilder, die keiner sehen möchte die man aber kennen sollte, wenn es um Turbinenstrom geht (externer Link - Gesellschaft für Ichthyologie, Hochschule Bremen)

Presseartikel:

Fischhäckselmaschinen (Zeit-online)

Rückbau gefordert - Fische verenden in Wasserkraftanlagen (wn-online)